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Lawinensonde: Sonde, die Leben retten kann
Eine Lawinensonde besteht aus mehreren Sondensegmenten, die durch eine Spannkordel miteinander verbunden sind und via Schnellspannsystem zügig arretiert und damit einsatzbereit werden.
Im Prinzip leistet jede Lawinensonde für jeden Tourengeher dasselbe, egal ob in den Schweizer Alpen oder woanders. Sie fällt beim Aufstieg nicht ins Gewicht, ist im Notfall schnell einsatzbereit und entscheidend für eine schnelle Kameradenrettung. Trotzdem werden Einsteiger, gelegentliche Genusstourengeher oder Pistengeher am Feierabend mit einer einfachen 260 Zentimeter langen Aluminium-Sonde voll zufrieden sein, weil sie das geringe Mehrgewicht in Anbetracht des Preises nicht stört. Für Wettkampfsportler und ambitionierte wie erfahrene Alpinisten sowie Bergführer und Bergretter in der Schweiz bieten sich hingegen besonders leichte Lawinensonden an, auch wenn sie etwas teurer sind.
Noch schneller und effizienter als mit konventionellen Sonden kann sich das Sondieren mit Hilfe der iProbe-Technologie von Pieps gestalten. Die Lawinensonden der iProbe-Serie bieten durch ein integriertes elektronisches System die unterstützte Nahbereichsortung normgerecht sendender LVS-Geräte ab einer Annäherung von zwei bis 0,5 Metern.
Ein optisches und akustisches Signal gibt während des Sondierens Auskunft über die relative Entfernung zur Signalquelle und meldet auch einen Treffer bei einem Abstand von weniger als 50 Zentimetern. Der für die einwandfreie Funktion angegebene Temperaturbereich von minus 20 Grad Celsius bis plus 45 Grad Celsius dürfte für die meisten Situationen unkritisch sein, vorausgesetzt die Lawinensonde besitzt frische Batterien.
Wie lang sollte eine Lawinensonde sein?
Die Länge der Lawinensonden bewegt sich in der Regel zwischen 220 und 320 Zentimetern. Hier sind in Abstufungen von 20 Zentimetern, in seltenen Fällen auch von 10 Zentimetern, alle Zwischengroessen verfügbar. Besonders häufig und für den durchschnittlichen Skitourengeher sinnvoll ist eine Länge von 240 bis 280 Zentimetern. Hauptsächlich für Profi-Bergretter und Bergführer sind Lawinensonden mit einer Länge von 300 bis 320 Zentimetern geeignet. Hierbei handelt es sich meist um fixe, also nicht verstellbare Längen.
Das Packmass, genauer gesagt die Packlänge, hängt überwiegend von der Segmentlänge ab und fällt je nach Griffsystem unterschiedlich gross aus. Je nach Anzahl der Segmente und der Gesamtlänge finden sich Packlängen zwischen 37,5 und 60 Zentimetern. Ein guter Richtwert für die allermeisten Sonden liegt bei etwa 45 Zentimetern bei Gesamtlängen von 240 bis 320 Zentimetern.
- Tipp: Länge und Packmass solltest Du vor dem Kauf der Sonde mit Deinem Rucksack abgleichen.
- Empfehlung: Ein Skirucksack mit separatem Sonden- oder Notfallfach erleichtert den Transport und sorgt dafür, dass die Ausrüstung im Ernstfall schnell erreicht ist.
Lawinensonden: Carbon oder Aluminium
Hinsichtlich des Materials besteht das Rohr der Lawinensonden entweder aus Aluminium, Carbon oder einer Kombination aus beidem. Die Verbindungsschnur beziehungsweise das Seil, das die einzelnen Segmente verbindet, ist aus Polyamid, Kevlar oder einem Drahtseil aus Metall gefertigt.
Beim Gewicht gilt: Leichte Sonden sind angenehmer zu tragen, gleichzeitig muss die Stabilität für eine sichere Handhabung im Notfall ausreichen. Das Gesamtgewicht hängt von der Länge und dem verwendeten Material ab. Als grobe Richtwerte gelten folgende Beispiele:
- Aluminium-Sonde: 240 Gramm (Länge: 240 Zentimeter, Durchmesser: 11 Millimeter)
- Carbon-Sonde: 180 Gramm und weniger (Länge: 240 Zentimeter, Durchmesser: 10 Millimeter)
Welche Merkmale sind bei einer Lawinensonde wichtig?
Unabhängig von der gewählten Lawinensonde sollte jeder Tourengeher mindestens einen Kurs zur Lawinenverschüttetensuche absolvieren und seine Kenntnisse regelmässig auffrischen. In der Stresssituation eines Lawinennotfalls ist der sichere Umgang mit der LVS-Ausrüstung entscheidend. In der Schweiz kommt die Lawinensonde vor allem im alpinen Raum zum Einsatz, etwa in Graubünden, im Wallis, im Berner Oberland oder in der Zentralschweiz. Dennoch gibt es beim Kauf Deiner Lawinensonde einige Punkte, die Dir den Umgang im Ernstfall erleichtern können:
- Durchmesser: Der Durchmesser des Rohres variiert je nach Material und sorgt für die notwendige Steifigkeit der aufgebauten Sonde. Das ist wichtig für eine stabile, vertikale Sondierung, da eine zu flexible Sonde im harten Schnee seitlich ausweichen kann.
- Leichter Aufbau: Ein schneller und sicherer Aufbau ist ebenfalls ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Das Prinzip der sogenannten Wurfsonde hat sich deshalb weitgehend durchgesetzt. Ein selbstarretierender Spannmechanismus, Bedienbarkeit mit Handschuhen, rutschfeste Griffflächen oder markante Griffringe erleichtern die Handhabung deutlich.
- Markierung: Ebenso wichtig ist eine gut ablesbare Tiefenmarkierung. Entscheidend sind dabei eine klare Schriftgrösse, ein deutlicher Farbkontrast zwischen Segmenten und Markierungen sowie eine gut sichtbare Ein-Meter-Markierung.
- Spitze: Die Form und Grösse der Spitze beeinflussen das Eindringen in den Schnee. Bewährt hat sich eine leicht abgerundete, tropfenförmige Spitze, die am Übergang zum Rohr einen etwas grösseren Durchmesser besitzt. Dadurch entsteht ein leicht vergrösserter Sondenkanal, was die Reibung reduziert und das Herausziehen der Sonde erleichtert.