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Reepschnur, Schlinge, Bandschlinge

Sie verlängern, verbin­den, halten zusammen was zusammengehört, sind in Sanduhren gefädelt oder als Knoten­schlinge im Einsatz: Die Reepschnur und die Bandschlinge ist ein wichtiger Be­standteil der Thematik Absicherung beim Klettern. Ohne Bandschlinge Klettern ist fast nicht mehr wegzudenken!

Ausführliche Infos gibt's in unserer Kaufberatung Bandschlinge und Reepschnur.

Als Expressschlinge beim Sportklettern, für den Bau des Standplatzes in Mehrseillängenrouten oder als Prusikschlinge auf Hochtouren beim Gletschergehen, überall finden Reepschnüre und Bandschlingen ihre Verwendung. Will man beim Klettern Bandschlingen am Klettergurt mitnehmen, empfiehlt es sich diese entsprechend zu kürzen bzw. durch Knotentechniken zu verkürzen, denn ein Verheddern könnte fatale Folgen haben.

Bandschlinge ist nicht gleich Bandschlinge!

Im Bereich Bergsport werden Schlingen aus drei Ausgangsstoffen herge­stellt: Polyamid (PA, Nylon), Poly­ethylen (Dyneema®) und Aramid (Kevlar®). Polyamid kennt jeder: Daraus bestehen die handelsüblichen Kletterseile. Reepschnüre als auch Bandschlingen werden in aller Regel aus Polyamid hergestellt.

Dyneema hat eine wesentlich höhere Bruchfestigkeit als Poly­amid und ist gleichzeitig leichter, leider aber extrem glatt. Aus diesem Grund kann es auch nicht sicher ver­knotet werden. Dyneema ist nur als vernähte Band­schlinge erhältlich. Lediglich Reepschnüre aus Dyneema gibt es auch als offene Meterware.

Aramid oder Kevlar hat eine hohe Bruchfestigkeit und ist vor allem sehr schnittfest und kan­tenstabil. Die Abriebwerte sind extrem gut! Zudem sind Reepschnüre aus Kevlar um etliches steifer, aber dennoch gut zu Verknoten. Einziger Nachteil von Kevlar ist die Alterung im UV-Licht, die um einiges schneller voranschreitet als bei Polyamid oder Dyneema. Nicht an komplett ausgeblichenen Bandschlingen klettern!

Knotenfrage

Als Meterware gekaufte Schlin­gen müssen für die Verwendung irgendwie verbunden bzw. verknotet werden! Auch in ver­nähte Bandschlingen macht man Knoten. Grundsätzlich reduzieren Knoten die Festigkeit einer Schlinge oder Reepschnur je nach verwendeten Knoten um 20 bis 6o Prozent. Dyneemaschlingen, die eigentlich nur als vernähte Bandschlingen erhältlich sind, werden oft beim Standplatzbau verknotet, um die perfekte Länge zwischen den Sicherungspunkten abzulängen. Achtung: Ein Mastwurf im Einzelstrang fängt bereits ab o,8 kN (Körpergewicht) zu rutschen an. Der Schmelzpunkt von Dyneema ist außerdem extrem niedrig: Achtung hier bei Reibung! Es empfiehlt sich die Dyneema-Schlingen immer im Dop­pelstrang zu knoten. (Tipp: Achter­knoten. Trotz aller beachtenswerter Dinge: Ohne Bandschlinge Klettern ist nicht möglich!

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Kaufberatung Bandschlinge & Reepschnur

Bandschlingen und Reepschnüre sind beim Klettern oder auf Hochtouren unverzichtbare Begleiter. Unsere Kaufberatung fasst die wichtigsten Informationen über Materialien wie Polyamid, Dyneema® und Kevlar zusammen und erläutert die Einsatzbereiche. weiterlesen

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Bandschlinge, Reepschnur

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Kaufberatung Bandschlingen

Bandschlingen und Reepschnüre – eine Kaufberatung

Bandschlingen und Reepschnüre sind beim Klettern oder auf Hochtouren unverzichtbare Begleiter. Unsere Kaufberatung fasst die wichtigsten Informationen über Materialien wie Polyamid, Dyneema® und Kevlar zusammen und erläutert die Einsatzbereiche.

Was ist eine Bandschlinge?

Eine Bandschlinge ist eine vernähte Schlinge aus einem flachen Bandmaterial (Schlauch- oder Flachband). Beim Klettern werden Bandschlingen vor allem beim Standplatzbau, für die Verlängerung von Zwischensicherungen und als mobile Sicherungen (Sanduhren, Köpferlschlingen) benutzt.

Und was ist eine Reepschnur?

Reepschnüre sind Seilstücke in unterschiedlicher Dicke. Sie kommen entweder als mobile Sicherungsmittel zum Einsatz (Sanduhren) oder als Zusatzsicherungen (Prusikknoten beim Abseilen, Spaltenbergung, Standplatzbau oder bei behelfsmäßiger Bergung).

Aus welchen Materialien werden Bandschlingen und Reepschnüre hergestellt?

Bei Bandschlingen gibt es drei Hauptmaterialien (v.l.n.r.): Polyamid, Dyneema® und Kevlar. | Fotos: Wild Country und Edelrid Bei Bandschlingen gibt es drei Hauptmaterialien (v.l.n.r.): Polyamid, Dyneema® und Kevlar. | Fotos: Wild Country und Edelrid

Bei Bandschlingen kommen insbesondere drei Materialien zum Einsatz: Polyamid (auch bekannt unter dem Namen Nylon®), Polyethylen (bekannt als Dyneema®) oder Aramid (bekannt unter Kevlar®).

  • Bandschlingen aus Polyamid … sind i.d.R. etwas breiter als andere Schlingen, meist um 16-25 Millmeter. Sie begleiten Kletterer und Bergsteiger schon seit vielen Jahrzehnten.
  • Bandschlingen aus Polyethylen/Dyneema® … sind leichter als jene aus Polyamid und schmaler (6-10 Millimeter). Seit Ende der 1990er-Jahre sind diese Schlingen auf dem Markt. Die Oberfläche ist sehr reibungsarm, Knoten sind daher mit Vorsicht (und Hintersicherung) zu genießen, da sie ab 2 kN zu rutschen beginnen.
  • Bandschlingen aus Aramid (Kevlar®) … weisen bei sehr geringem Gewicht eine enorme Bruchlast auf. Sie ähneln in vielerlei Hinsicht Dyneema-Schlingen. Aramid ist allerdings noch hitzebeständiger.
  • Hybridschlingen ... werden aus Polyamid-Dyneema® Mischgewebe gefertigt. Sie sind gewissermaßen ein Kompromiss - und kombinieren die Eigenschaften von Polyamid und Dyneema®.

Tabelle: Vorteile einzelner Bandschlingen-Materialien

Material Feuchtigkeits-empfindlichkeit UV-Beständigkeit Schnitt-festigkeit Vorteile Nachteile Einsatzgebiet
Polyamid (Nylon, Perlon) mittel empfindlich niedrig Gut knotbar; gewisse Dehnfähigkeit (bis zu 20%) hohes Gewicht, empfindlicher gegen Feuchtigkeit Schlinge für Selbstsicherung, als Standplatzschlinge
Polyethylen (Dyneema®) gering mittel gut geringes Gewicht, hohe Kantenschnittfestigkeit schlecht knotbar; schlechte Energieaufnahme Seilverlängerung, Köpfelschlingen, Sanduhren und Fädeln von Haken
Aramid (Kevlar) gering empfindlich gut Hohe Kantenschnittfestigkeit schlechte Energieaufnahme Sanduhren, Standplatzbau (gerade bei zweifelhaften Sicherungspunkten)

Verschiedene Bandschlingen-Konstruktionen

Es gibt verschiedene Konstruktionsweisen bei Bandschlingen:

  • Der Klassiker: Vernähtes Schlauchband bzw. Aramid-Schlingen. Üblicherweise wird bei Bandschlingen ein Schlauchband mehrfach vernäht.
  • Kern-Mantel-Konstruktion: Gerade bei Aramid- und Hybrid-Schlingen wird vielfach auf eine Kern-Mantel-Konstruktion zurückgegriffen. Diese Konstruktion bietet besseren Schutz gegen Abrieb und UV-Strahlung.
  • Nahtlos: Eine Besonderheit sind Bandschlingen ohne Naht - und damit ohne Schwachstelle. Bandschlingen wie die Skylotec cipE oder die Magic Sling von Mammut (erscheint 2017) haben einen rundgewobenen Kern aus Dyneema® und einen Mantel aus Polyamid. Die Besonderheit dieser Schlingen ist, dass bei ihnen ein Knoten (oder das Einbinden) die Festigkeit weniger reduziert.

Weitere Einsatzbereiche für Bandschlingen

Beim Alpinklettern sind Bandschlingen unverzichtbare Begleiter. | Foto: Salewa Beim Alpinklettern sind Bandschlingen unverzichtbare Begleiter. | Foto: Salewa

Bandschlingen kommen in zahlreichen weiteren Ausrüstungsgegenständen zum Einsatz, etwa beim Klettergurt, aber auch bei Expressschlingen, Standplatzschlingen, Daisy Chains und Trittleitern, Zugseilen oder Bandfalldämpfern.

  • Befestigungsschlinge beim Sportklettern: hier kommt fürs Umbauen am Umlenkhaken häufig eine bereits am Gurt befestigte Bandschlinge zum Einsatz.
  • Expressschlingensets bestehen aus zwei Karabinern, die mit fest vernähtem Schlingenmaterial aus Polyamid oder Dynema verbunden werden. Je nach Einsatzbereich kann bei Expressschlingen das Schlingenmaterial relativ kurz oder sehr lang sein. In Alpinrouten oder Sportkletterrouten mit kompliziertem Seilverlauf ist es oft hilfreich, Haken "lang" einzuhängen.
  • Standplatzschlingen: Einige Hersteller bieten bereits vorbereitete Standplatzschlingen für den Standplatzbau an zwei oder mehr Fixpunkten im alpinen Gelände an. Mammut bietet mit der Belay Sling ein Modell für zwei Fixpunkte, die Ocun Multipoint Belay Sling bietet sogar drei Sicherungspunkte. Je unsicherer der Standplatz ist, umso mehr wird man aber vermutlich auf Reepschnüre und einzelne Bandschlingen zurückgreifen.
  • Daisy Chains (wörtlich übersetzt: Gänseblümchenkette): Kommen beim technischen oder Bigwall-Klettern zum Einsatz. In ihnen kann ein Hook Schritt für Schritt höher geschoben werden. Wichtig: Sie sind nicht als Standplatzschlingen geeignet (denn normalerweise ist die gesamte Bandschlinge auf mind. 22 kN ausgelegt, nicht aber deren einzelne Segmente!) - so wie übrigens auch Trittleitern aus Schlingenmaterial.
  • Lange, leichte Reepschnüre als Polyester/Aramid wie die Edelrid Rap Line II werden entweder für den Materialtransport oder in Kombination mit einem Einfachseil zum Abseilen eingesetzt (zu Einsatzbereichen und Grenzen vgl. bergundsteigen 2/2009). Das Gewicht ist mit 25 g/m (also bei 60 Metern gerade einmal 1,5 Kilogramm) deutlich niedriger als bei einem vollwertigen Kletterseil. Aber Achtung: Als vollwertiges Kletterseil sind lange Reepschnüre natürlich nicht geeignet!

Knoten bei Bandschlingen und weitere Tücken

Generell gilt, dass man Knoten in Bandschlingen vermeiden sollte. Denn dabei lauern mehrere Tücken:

  • Knoten: Dyneema® ist beispielsweise sehr glatt und nur bedingt für Knoten geeignet. Ab einer Belastung von 2 kN beginnt Dynema zu rutschen (vgl. bergundsteigen 3/12). Auch bei selbstgeknoteten Polyamid-Bandschlingen ist höchste Vorsicht geboten. Generell gilt: Durch Knoten reduziert sich die Festigkeit bei Nylon-Schlingen um ca. 50%, bei Dynema und Kevlar um bis zu 75% (vgl. Panorama 3/2015). Genauere Hinweise finden sich in der Fachliteratur, etwa im Band 5 des Alpin-Lehrplans.
  • Keine Stürze in Bandschlingen: Schlingenmaterial wie Dyneema® oder Aramid dehnt sich kaum. Deshalb sollte man am Standplatz nie in eine Bandschlinge stürzen, etwa wenn man mit einer Bandschlinge als Selbstsicherung über dem Haken steht. Diese Problematik entfällt, wenn man mit Seil und Mastwurf "Stand macht".
  • Vorsicht bei fixem Schlingenmaterial: Bei gefädelten Sanduhren oder alten Köpferlschlingen sollte man ebenso skeptisch sein wie bei Fix-Exen. Feuchtigkeit, Sonne und mechanische Belastung lassen das Material altern und reduzieren die Festigkeit.
  • Vorsicht mit Chemikalien: Wie alle Teile der persönlichen Schutzausrüstung beim Klettern - also etwa Seile oder Klettergurt - vertragen sich auch Bandschlingen und Reepschnüre nicht mit Säuren, Lösungsmitteln oder anderen Chemikalien. Auch wenn ihnen äußerlich nichts anzusehen ist, können sie nach dem Kontakt mit diesen Substanzen schon bei geringster Belastung reißen.
  • Schmelzverbrennung: Wie bei allen Seilen ist unbedingt auf die Gefahr von Schmelzverbrennungen zu achten. Man sollte wirklich nie (nie, nie!) direkt in einer Bandschlinge abseilen oder eine Bandschlinge zu einem laufenden Seil in einen Karabiner hängen. Unbedingt auf Seile achten, die die Bandschlinge durch Reibung beschädigen könnten!

Wie lange hält eine Bandschlinge?

Die Lebensdauer einer Bandschlinge hängt stark von Faktoren wie Abrieb und UV-Strahlung ab. | Foto: Franz Walter/Ortovox Die Lebensdauer einer Bandschlinge hängt stark von Faktoren wie Abrieb und UV-Strahlung ab. | Foto: Franz Walter/Ortovox

Hersteller geben die Lebensdauer von Bandschlingen – wenn diese nicht benutzt werden – mit maximal 10 Jahren an. Ist eine Bandschlinge regelmäßig im Einsatz, reduziert sich die Lebensdauer allerdings durch Abrieb, UV-Strahlung und andere Faktoren erheblich. Mammut gibt bei seltener Benutzung (1-2 Mal pro Woche) eine Verwendungsdauer von 7 Jahren an, bei Benutzung mehrmals im Monat bis zu 3 Jahre.

Intensive mechanische Beanspruchung lässt sich in der Regel an der pelzigen Oberfläche des Materials erkennen (vgl. dazu den Beitrag in Panorama 4/2015). Der negative Einfluss der UV-Strahlung ist auch durch das starke Ausbleichen der Oberfläche sichtbar. In beiden Fällen sollte das Material unbedingt ausgetauscht werden. Das gilt übrigens auch für das Schlingenmaterial in Expressschlingen!

Eine Bandschlinge sollte also ausgetauscht werden, wenn:
  • sie älter als 10 Jahre ist und kaum benutzt wurde (s.o.)
  • die Oberfläche pelzig aussieht (Ausnahme Dyneema®; diesem Material sieht man die Alterung nicht zwingend an)
  • Beschädigungen an der Naht oder Schmelzspuren sichtbar sind
  • Möglicherweise Kontakt mit Säuren erfolgt ist

Darüber hinaus sind unbedingt die Herstellerhinweise zu beachten!

Wie dick muss meine Reepschnur sein?

Reepschnüre werden entweder in festen Längen oder als Meterware angeboten. | Foto: Beal Reepschnüre werden entweder in festen Längen oder als Meterware angeboten. | Foto: Beal

Welche Stärke eine Reepschnur haben sollte, hängt vom Einsatzbereich beim Klettern oder Hochtouren ab. Prinzipiell gilt laut Norm EN 564: Die Mindestbruchkraft hängt vom Durchmesser ab. Die Formel dafür lautet: Durchmesser in Millimeter² * 0,2 = erforderliche Mindestbruchkraft in Kilonewton. Beispiel: Eine Reepschnur von 5 mm Stärke sollte mindestens 5²*0,2= 5kn Bruchraft haben.

Reepschnüre kommen insbesondere bei Sanduhrenschlingen, als Standplatzschlingen oder als Prusikknoten zum Einsatz.

  • Kurzprusik: Als Kurzprusik verwendet man idealerweise eine 5 Millimeter dicke und 50 Zentimeter lange Reepschnur.
  • Langprusik: Ebenfalls 5 Millimeter Dicke (in manchen Fällen werden auch Reepschnüre mit 6 Millimeter Durchmesser empfohlen); als Steigschlinge ist als Länge ca. 2 Meter optimal, für die behelfsmäßige Bergung dürfen es dann schon 4-5 Meter sein.
  • Reepschnüre für Sanduhren: Der Durchmesser hängt von den erforderlichen Sicherheitsreserven ab. Hier sind Kevlar-Reepschnüre (s.o.) sehr gut geeignet.

Fazit zur Kaufberatung Bandschlingen und Reepschnüre

Bandschlingen und Reepschnüre sind unverzichtbar für die Sicherung beim Klettern. Je nach Einsatzgebiet – am Standplatz, als Seilverlängerung, bei Sanduhren- oder Köpferlschlinge – sollte eine Schlinge aus passendem Material verwendet werden. Vor- und Nachteile sowie Einsatzbereiche haben wir in unserer Tabelle übersichtlich dargestellt.

Sind noch Fragen offen oder Du hast Anmerkungen oder Hinweise? Dann ab damit ins Kommentarfeld! Natürlich steht Dir bei Fragen auch unser Kundenservice telefonisch oder per E-Mail zur Seite!

Stefan Rehm

Schon als Kind war der gebürtige Oberbayer viel in den Bergen unterwegs. Sobald er von der Kletterleidenschaft gepackt wurde, schliff er meistens seinen Kletterkrempel mit. Nach zehn Jahren Exil bzw. Trainingslager in Franken zieht er sich inzwischen wieder die Finger im Alpenvorland lang.

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