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An Leisten stark werden

Campusboard Training für Einsteiger

3 Minuten Lesezeit
In fast jeder Halle hängt ein Campusboard. Spätestens beim dritten Besuch in der Boulder- bzw. Kletterhalle, hängt fast jeder mal kurz an diesem traditionsreichen Trainingsgerät. Aber wer es hier übertreibt oder zu früh beginnt, hat gleich verloren.

Wolfgang Güllich entwickelte um das Jahr 1988 zusammen mit seinem Kletterfreund Kurt Albert dieses systematische Trainingsgerät: Kleine (Campus-)Holzleisten, verschraubt an einer 15 bis 20 Grad überhängenden Holzplatte, montiert an der Decke bzw. Wand (siehe Video unten). Dieses Klettertraining revolutionierte die sonst üblichen Trainingsmethoden damals.

Campusboard – wieso Campus?

Er hängte es in seinem Stammstudio namens Campus auf – daher der Name Campusboard – trainierte daran spezifisch und kletterte erstarkt schließlich als erster Mensch mit Action Directe die erste 9a überhaupt. Dass Herr Güllich und auch Herr Albert damals starke Finger und Gelenke von unzähligen Routen im neunten und zehnten Grad vorweisen konnten, braucht hier nicht erwähnt zu werden. Dieser Punkt ist aber immanent wichtig. Denn wie schon angedeutet: Irgendwie möchte sich da jeder einmal dran ausprobieren, aber wann und für wen ist das eigentlich sinnvoll, ab welchem Kletterkönnen, welche Auswirkungen hat das auf die Belastbarkeit des oberen Bewegungsapparates?

Campusboardtraining – ab wann?

Das Campusboard Training sieht bei vielen erfahrenen Kletterern oft leichter aus als es ist - Vorsicht: Am Campusboard kann man sich schnell Verletzungen zufügen! | Foto: Martin Tekles
Das Campusboard Training sieht bei vielen erfahrenen Kletterern oft leichter aus als es ist – Vorsicht: Am Campusboard kann man sich schnell Verletzungen zufügen! | Foto: Martin Tekles

Training am Campusboard ist grundsätzlich erst ab einem gewissen Kletterkönnen sinnvoll, einerseits vom Trainingsnutzen und andererseits vom Gesundheitsaspekt her. Für Kletterer, die bis zum achten Grad unterwegs sind, wären andere Trainingsaspekte sinnvoller als das Training am Campusboard. Diesen seien Kräftigungsübungen der Rumpfmuskulatur, Körperspannungs- und Maximalkraftübungen sowie einfach nur viel Zeit am Griff empfohlen.

Ab dem achten Grad wird es langsam interessant, da die Finger auch schon an die Belastung von kleineren Griffen und höheren Belastungen gewohnt sind, auch ist es dann in vielen Touren notwendig zum Beispiel blockieren zu können, um eine schwierige Stelle einfacher meistern zu können. Hier hat das Campustraining dann einen großen Nutzen. Wie immer gilt für neue Trainingsmethoden: langsam herantasten, step by step. Wer ganz sicher gehen will und mit Trainings- und Kletterpartner unterwegs ist: aktive und passive Unterstützung durch Halten an den Fußgelenken zur Gewichtsreduktion und eine direkte Rückmeldung über die Ausführung können zum Erfolg des Trainings beitragen.

Einige Hinweise für das Campusboard Training im Video

Die Handhaltung sollte circa schulterbreit sein. Die Übungen im Video bauen aufeinander auf und werden nacheinander schwerer. Es empfiehlt sich zwischen den Übungen jeweils drei Minuten Pause zu machen. Manche Übungen werden zweimal gemacht, wobei jeweils mit der anderen Hand begonnen wird. So gleicht man die ungleichen Belastungen aus und jede Seite wird gleichermaßen beansprucht.

Achtung: Als Einsteiger benutzt man nur die größte (meistens auch beste) Leiste am Campusboard. Am besten geht man über diese Leisten erst einmal nur nach oben. Am Anfang nur nach oben hangeln und mit aufgewärmten Beinen wieder abspringen. Also fürs erste sollte man nicht zu hoch hangeln, so circa bis zur siebten Leiste reicht am Anfang völlig aus.

Wichtig: Stabilität in der Schulter: Sobald du merkst, dass du in der Schulter hängst und es zu unkontrolliert wird, solltest du die Übung beenden, denn Gesundheit geht vor! Dann lieber noch einmal mehr Pause machen oder eine leichtere Übung dafür doppelt machen.

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