Inhalt
- Skifell-Pflege: am besten regelmäßig
- Unverzichtbar: Skifell richtig imprägnieren
- Ränder des Skifells pflegen und korrekt versiegeln
- Klebeseite der Skifelle regelmäßig pflegen
- Klebeschicht erneuern: nur für Profis!
- Felle richtig lagern und aufbewahren
- Notfalltipps: Was tun, wenn das Fell während der Tour versagt?
- Fazit zur Skifell-Pflege
Schneeklumpen, die am Tourenfell kleben, ausgefranste Schnittkanten oder das Fell löst sich vom Ski? Wer sein Skifell richtig pflegt und imprägniert kann diesen Situationen auf Skitour vermeiden.
Es gibt viele Ursachen, warum ein Fell nicht so funktioniert wie es sollte. Bei bestimmten Schneebedingungen lässt sich das auch kaum verhindern. Aber mit der richtigen Pflege und Imprägnierung der Skifelle kann man diesen unangenehmen Situationen vorzubeugen. Hier findest Du die besten Tipps und Tricks für gepflegte Skifelle.
- Vermeide schon auf Tour Schmutz und Nässe an den Skifellen
- Reinige schmutzige Skifelle mit einem feuchten Tuch
- Imprägniere die Felle regelmäßig
- Halte die Klebeseite sauber
- Überlasse das Erneuern der Klebefläche im Zweifel einem Profi
- Trockne die Skifelle an der Luft und lagere sie bei Zimmertemperatur
Skifell-Pflege: am besten regelmäßig
Zunächst einmal muss man sich vor Augen führen, dass ein Skitourenfell ein Gebrauchsgegenstand ist, bei dem es immer zu Abnutzungserscheinungen kommen kann. Für die Fellseite gilt es daher auf Tour vorbeugend einige Dinge zu beachten.
Vermeide:
🚫 Pfützen oder triefnassen Schnee
- Wird das Fell nass, verliert es schnell seine Imprägnierung.
- Außerdem steigt die Gefahr des Aufstollens steigt, wenn man später wieder in kälteren und trockeneren Schnee gelangt.
🚫 Schmutz am Tourenski
- Bleibe im sauberen Schnee, statt Abkürzungen über den Acker zu nehmen.
- Vorsicht in Wäldern, wenn Bäume harzen: Teils bilden sich in Stammnähe kleine Harzspiegel auf dem Schnee. Sie kleben und und wirken wie Magnete auf Fichtennadeln oder ähnliche kleine Gegenstände.
Wann muss ich das Skifell reinigen?
Die Fellreinigung ist grundsätzlich notwendig, wenn Dein Skifell schmutzig geworden ist. Immer wird es sich nicht verhindern lassen, dass das Fell schmutzig wird. Am besten benutzt Du einfach ein feuchtes Tuch. Zur Not muss man hier etwas kräftiger zupacken, um den Schmutz auch aus dem Fell herauszulösen.
Zusätzliche Reinigungsmittel sollte man nur benutzen, wenn es gar nicht anders geht und/oder wenn der jeweilige Fell-Hersteller explizit Pflegemittel empfiehlt.
Wichtig ist, nach der Reinigung wieder für eine ausreichende Imprägnierung der Skifelle zu sorgen.
Unverzichtbar: Skifell richtig imprägnieren
Das Imprägnieren der Skifelle ist bei der Pflege mit das Wichtigste. Nicht oder schlecht imprägnierte Skifelle können dir die Skitour versauen.
- Wasser- und Schneeschutz
Beim Aufstieg kommen die Felle ständig mit Schnee in Kontakt. Ohne Imprägnierung saugen sie Feuchtigkeit auf, was zu schwereren Fellen und schlechterem Gleiten führt. - Vermeiden von Vereisung
Wenn die Felle nass werden, kann sich unter bestimmten Bedingungen eine Eisschicht bilden. Das macht den Aufstieg extrem mühsam. Eine Imprägnierung reduziert dieses Risiko deutlich. - Erhalt der Gleitfähigkeit
Die Fasern der Felle sollen Schnee gut greifen, aber gleichzeitig leicht gleiten. Imprägnierung sorgt dafür, dass die Struktur nicht verklebt oder verklumpt. - Schutz vor Schmutz und Salz
Korrekt imprägnierte Felle sind weniger anfällig für Schmutz und Salz, was die Haftung und Performance verbessert.
Für die Imprägnierung der Skifelle gibt es unterschiedliche Produkte zur Pflege – meist Sprays oder Applikationsschwämme, mit deren Hilfe man das jeweilige Imprägniermittel effektiv aufbringen kann. Alle Produkte sind in der Regel kinderleicht zu handhaben. Auf der Verpackung des jeweiligen Herstellers ist gewöhnlich die genaue Anleitung vermerkt.
Gerade im Frühjahr, wenn nasse Schneeverhältnisse erwartet werden, ist regelmäßiges Pflegen durch Imprägnieren der Skifelle empfehlenswert.
Tipps zum Imprägnieren von Skifellen
- Wichtig ist, dass die Felle vor der Anwendung sauber und trocken sind.
- Trage das Mittel in Gleitrichtung möglichst gleichmäßig auf.
- Lasse es dann einige Minuten einwirken.
Ränder des Skifells pflegen und korrekt versiegeln
Während die Ränder neuer Felle versiegelt sind und damit nicht ausfransen, ändert sich dies im Laufe vieler Touren. Fellränder werden durch lange Querungen oder durch einen schneearmen, felsigen Untergrund stark beansprucht.
🔥Hier empfiehlt es sich, die abstehenden Fransen mit einer Nagelschere zu entfernen und vorsichtig – mit ausreichend Abstand zur Fellseite – mit einem Feuerzeug auf kleiner Flamme neu zu versiegeln.
Tipp: Versiegele die Ränder des Skifells immer von der Fellseite aus. So verhinderst Du, dass die Klebeschicht Schaden nimmt.
Klebeseite der Skifelle regelmäßig pflegen
Bezüglich der Klebeseite gibt es eine Hauptregel: Prophylaxe ist das A und O! Daher unbedingt beim Auf- und Abfellen darauf achten, dass die Klebeseite nicht in Kontakt zum Boden (Stichwort Steinchen und Tannennadeln), zu dreckigem Schnee oder anderen Verunreinigungen kommt. Alles, was gar nicht erst an der Fellseite kleben bleibt, muss später nicht aufwändig entfernt werden.
Reinigung der Klebefläche
Tourengehen ist nun mal ein Outdoorsport und es lässt sich kaum verhindern, dass ab und an Dreck auf die Klebefläche kommt. Was tun, wenn das Fell stärker verschmutzt ist?
- größere Verschmutzungen (Tannennadeln, kleine Steinchen, Blätter) lassen sich gut mit einer feinen Pinzette oder (vorsichtig) mit einem scharfen Messer entfernen
- komplizierter wird es bei feinem Dreck, der sich häufig mechanisch nicht entfernen lässt. Je nach Hersteller und Belag ist eine sanfte Reinigung mit einem feuchten Tuch möglich. Hier unbedingt die jeweiligen Herstellerangaben beachten. Für alle anderen bleibt irgendwann nur noch eins: die Erneuerung der kompletten Klebeschicht.
Hybridfelle können im Normalfall mit einem feuchten Schwamm gereinigt werden; reicht das nicht, kann oft eine spezielles Reinigungsmittel verwendet werden.
Klebeschicht erneuern: nur für Profis!
Die Erneuerung der Klebeschicht eines Skifells ist komplex und erfordert Übung. Sie sollte nur von versierten Skifell-Experten gewagt werden, die diesen Vorgang schon einmal im Rahmen eines Kurses geübt oder zusammen mit einem erfahrenen Experten durchgeführt haben.
Wir erläutern hier zwar das Prozedere in wenigen Schritten, weisen aber ausdrücklich darauf hin, dass Vorsicht und Erfahrung von Nöten sind, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erhalten!
- Fixieren: Skifell auf einer Werkbank oder einer ähnlichen Unterlage gut gespannt fixieren und die Umgebung abdecken. Alternativ das Fell „verkehrt herum“ auf dem Ski, und diesen wiederum mit einem Schraubstock, fixieren.
- Von einem Ende zum anderen: für ein sauberes Ergebnis und ein effizientes Vorgehen beginnt man mit den Schritten 3 und 4 an einem Ende und arbeitet sich stetig zum anderen vor. Die gesamte Felllänge in einem Durchgang zu bearbeiten, ist mit einem Bügeleisen nicht möglich.
- Erhitzen: Zurechtgeschnittenes Backpapier auf die Klebeseite auflegen. Das Backpapier und damit den Fellkleber mit einem altem Bügeleisen auf mittlerer Stufe gleichmäßig erhitzen.
- Abziehen: Backpapier abziehen. Im Idealfall bleibt ein Großteil des Klebers daran hängen. Danach mit einem breitem Spachtel den restlichen Kleber komplett entfernen. Profis arbeiten hier mit einem beheizbaren Spachtel.
- Neuen Kleber aufbringen: Nun gibt es zwei Möglichkeiten den Kleber zu erneuern:
- entweder mit einem sauberen Spachtel Flüssigkleber gleichmäßig auftragen, trocknen lassen und nach einer halben bis dreiviertel Stunde zwei bis drei weitere Schichten auftragen.
- oder einen Kleber auf Transferrolle verwenden, der von einigen Herstellern angeboten wird. Damit ist das Auftragen des Klebers einfacher. In beiden Fällen gilt es die Herstellerangaben zu beachten!
- Trocknen: zum Schluss das Skifell über Nacht trocknen lassen.
Klebeschicht auf Skifellen mit Kleberfolie erneuern
Einige Fellhersteller bieten inzwischen ein Folie an, die das Erneuern des Klebers deutlich leichter macht. Dafür wird nach Anleitung das Fell auf die Folie geklebt und mit dem Bügeleisen erwärmt und damit der Kleber von der Folie auf das Fell transferiert.
Wichtig: Hier sollte darauf geachtet werden, dass ein passender Kleber verwendet wird. Spezielle Kleber, wie etwa der Smark Glue von Kohla sollten auch mit einem entsprechenden Kleber aufgefrischt werden.
Felle richtig lagern und aufbewahren
Zu Hause bewahrt man die Felle am besten an einem trockenen Ort bei Zimmertemperatur auf. Ob man die Tourenfelle mit dem häufig mitgelieferten Netz dazwischen verstaut, ist erstens Geschmackssache und zweitens vom Felltyp abhängig. Hier gilt es die Herstellerangaben zu beachten, bei bestimmten Fellsorten ist die Lagerung am Netz nicht zu empfehlen.
🚫 Achtung: Die Felle niemals direkt auf der Heizung trocknen. Das kann die Klebefläche zerstören. Bei sehr nassen Fellen ist auch ein Trocknen der Klebeseite (bei Nacht offen aufhängen) nötig, bevor man die Felle aufeinander oder auf das Netz klebt!
Bergzeit
Damit die Felle optimal haften, muss die Klebefläche stets trocken bleiben. Achte beim Abziehen darauf, dass Dein Fell nicht im Schnee landet.
Bei der Aufbewahrung auf Tour gilt eine grundsätzliche Regel: Die Felle müssen sauber, möglichst trocken und einigermaßen warm verstaut werden. Wenn das Skifell nass ist und auch so im Rucksack verschwindet, ist gerade bei sehr kalten Temperaturen ein Wiederauffellen kaum mehr möglich. Das Tourenfell wird nicht kleben bleiben.
Tipp: Das Fell nach dem Ablösen unter der Jacke am Bauch verstauen. So bleiben die Felle geschmeidig, frieren nicht ein und die Klebefläche bleibt aktiv. Ein mehrfaches Auffellen ist so problemlos möglich.
Beim Auffellen unbedingt darauf achten, dass die Skifläche schnee- und eisfrei ist – denn auch das stört die Klebeleistung erheblich!
👉 Hier erklären wir dir, wie du Skifelle richtig aufziehen, abziehen und zusammenlegen kannst.
Notfalltipps: Was tun, wenn das Fell während der Tour versagt?
Für alle Felle: Zum Schluss noch ein paar Tipps zu den drei am häufigsten eintretenden Fell-Notfällen auf Skitour.
1️⃣ Verlust der Gleitfähigkeit / Aufstollen: In einer Tourengruppe sollte zumindest einer Skiwachs im Rucksack haben, das man notfallmäßig auch als Imprägnierwachs auf die Felle auftragen kann. Idealerweise hat jemand (oder man selbst?) eine kleine Dose Imprägnierspray dabei.
2️⃣ Verlust der Klebefähigkeit: Sicherlich ein sehr unangenehmes Problem, da sich unterwegs die Klebefläche nicht erneuern lässt. In einem ersten Schritt kann man Schnee und Eis von Ski und Klebefläche entfernen. Hilft dies nicht, gibt es zumindest für einige Klebefelle „Notfallkleber“ für unterwegs. Reißen alle Stricke, hilft nur ein kreativer Bastelversuch mit Tape, einem Kabelbinder oder auch einer Kordel. Dann leidet aber die Performance deutlich.
3️⃣ Defekter Befestigungsmechanismus: Ebenfalls ein eher unangenehmes Problem, weil sich häufig keine wirklich zufriedenstellende Lösung finden lässt. Meist kommt man zumindest notfallmäßig mit einem oder zwei Kabelbindern weiter. Bei längeren Touren (z.B. Skitourenwoche, Durchquerungen) ist es unter Umständen sinnvoll, einmal pro Gruppe einen Universal-Befestigungsmechanismus mitzunehmen, der auf die meisten Skimodelle passt.
Fazit zur Skifell-Pflege
Die Skifell-Pflege ist kein Hexenwerk. Es sind oft die Kleinigkeiten, die über die Funktionalität und Haltbarkeit der Skifelle entscheiden. Größere Reparaturen, wie z.B. die Erneuerung der Klebefläche, solltest Du aber guten Gewissens dem Fachmann überlassen, wenn Du noch keinen Kurs gemacht hast. Wer aber die kleineren Tipps beherzigt, wird lange Freude an seinem Skifell haben und auf Skitour nicht enttäuscht werden!