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Vorbereitet für den Ernstfall

Erste Hilfe beim Wandern und Outdoorsport 

11 Minuten Lesezeit
Keiner wünscht es sich. Aber darauf vorbereitet sein, solltest Du trotzdem: Die Rede ist von Unfällen beim Wandern, Klettern, Skifahren oder Biken. Acht Tipps für Erste Hilfe am Berg von Mediziner Basti Fiedler.

Erste Hilfe zu leisten ist nicht nur eine ethisch-moralische, sondern auch eine rechtliche Pflicht. Dies gilt im Großstadt-Dschungel genauso wie in der freien Natur. Während Du in der Stadt jedoch meist sehr schnell professionelle Hilfe bekommst, sieht die Situation in der Natur und in den Bergen ganz anders aus.  

Hier kann es oft lange dauern, bis professionelle Hilfe zur Unfallstelle gelangt. Zusätzlich erschweren Umgebungsbedingungen wie Wetter, Gelände oder andere Gefahren die Bergung und Betreuung von verletzten oder erkrankten Personen. 

❤️ Das Wichtigste in Kürze zu Erste Hilfe am Berg
  • Eigenschutz hat immer Vorrang: Erst die Situation absichern, dann helfen
  • Bei schweren Verletzungen, akuten Erkrankungen oder Lebensgefahr: Notruf 112 wählen und die 5 W-Fragen beantworten.
  • Bewusstlose Personen prüfen, gegebenenfalls reanimieren oder in die stabile Seitenlage bringen.
  • Starke Blutungen sofort stillen und Verletzte vor dem Auskühlen schützen.
  • Ein Erste-Hilfe-Set und grundlegende Erste-Hilfe-Kenntnisse gehören auf jede Bergtour.

Der folgende Artikel soll Dir als Hilfestellung dienen und einen Überblick verschaffen, worauf es bei der Ersten Hilfe beim Wandern, Biken, Skifahren oder Klettern ankommt – und was Du brauchst, um bei einem Notfall vorbereitet zu sein. 

1. Verschaff Dir einen Überblick

Als oberste Regel gilt: Eigenschutz beachten! Bevor Du Dich zu einer verletzten Person begibst, solltest Du die Umgebung bezüglich möglicher Gefahren einschätzen:

  • Sichere Umgebung? Achte auf Lawinen, Steinschlag, Absturzgefahr, …
  • Einschätzung der eigenen Fähigkeiten: Bin ich in der Lage sicher zu den Verunfallten zu gelangen?
  • Ruhig bleiben, um klar zu denken
  • Abstand halten, wenn die Situation es erfordert

Wenn Du Dich als Helfer oder Helferin verletzt, bringt das niemanden weiter.  

In einem Notfall bist Du die beste Hilfe für den Verletzten. Du handelst nach bestem Wissen und Gewissen und solltest keine Angst vor Fehlern haben. Niemand erwartet von Dir, dass Du Dich wie ein Notarzt verhältst. Versuche, ruhig zu bleiben und Ruhe auszustrahlen, denn nur so lassen sich gute Entscheidungen treffen.  

Hast Du Dich der verunfallten Person genähert, gilt es, die Unfallstelle zu sichern bzw. Verletzte aus der Gefahrenzone in eine gesicherte Umgebung (trocken, windstill, keine Steinschlaggefahr …) zu bringen. 

Für den Start: wenn möglich, bring die verletzte Person aus der Gefahrenzone in eine gesicherte Umgebung, die im Idealfall trocken und windstill ist.

AdobeStock/RaDa

Für den Start: wenn möglich, bring die verletzte Person aus der Gefahrenzone in eine gesicherte Umgebung, die im Idealfall trocken und windstill ist.


Leiste vor allem auch „moralische Erste Hilfe“. Sei für verletzte Personen da und gib ihnen das Gefühl, nicht allein zu sein. Das hilft oft schon enorm. 

Als nächstes gilt es eine Entscheidung zu treffen, wie Du mit der Situation umgehst.

Stelle Dir dazu die folgenden Fragen:

  • Was und wie schwerwiegend ist das Problem?
  • Welche Hilfsmöglichkeiten bestehen? (Nächste Hütte/Ortschaft, Straße/Weg, Abtransport, …)
  • Ist Weitergehen oder ein Abstieg möglich?
  • Müssen dazu Maßnahmen ergriffen werden?
  • Oder ist ein Notruf notwendig?

Wichtig: Triff Entscheidungen gemeinsam (im Team, mit Verletzten, …). Höre hierbei auf Dein Bauchgefühl. Wenn in der Gruppe Zweifel aufkommen, ob die verletzte Person es bis zur Hütte oder ins Tal schafft oder ob. Zeit, Wetter oder der Gesundheitszustand ein Problem werden könnten, ist im Zweifel ein Hilferuf keine Schande!

Basti hat eine Entscheidungs-Flow Chart für den Notfall erstellt.

Basti hat eine Entscheidungs-Flow Chart für den Notfall erstellt.


Basti hat eine Entscheidungs-Flow Chart für den Notfall erstellt.

Bergzeit

Nicht jede Verletzung erfordert das volle Maßnahmenprogramm eines Notfalls. Oft hilft am Berg bereits ein Erste-Hilfe-Set.


2. So setzt Du einen Notruf richtig ab

Wenn entschieden wurde, dass es nicht ohne externe Hilfe geht, muss ein Notruf abgesetzt werden.

☎️ Die europaweite Notrufnummer lautet: 112.  

Kannst Du mit dem Handy einen Notruf absetzen, solltest Du dem Rettungsdienst anschließend folgende Informationen geben können (5x „W“): 

  • Wo? ist der Unfall passiert
  • Was? ist genau passiert
  • Wie viele? Verletzte sind beteiligt
  • Welche Verletzungen? sind offensichtlich
  • Warten auf Rückfragen? (z.B. Wer ist der Anrufer, gibt es Möglichkeiten der Anfahrt/Zustieg usw.)

Die Leitstelle wird durch das Gespräch führen. Versuche ruhig und deutlich zu antworten, um Missverständnisse zu vermeiden.

Wichtig: Bleibe mit Deinem Handy bei der verunfallten Person, bis Rettung da ist für den Fall, dass der Rettungsdienst oder die Bergwacht noch einmal versucht, Kontakt zu euch aufzunehmen.  

Erste Hilfe beim Wandern: Was tun, wenn kein Handy-Notruf möglich ist?

Obwohl es in vielen Regionen ein flächendeckendes Handy-Netz gibt, kommen in den Bergen häufiger Funklöcher vor. Ist kein Handy-Notruf möglich, musst Du allein oder in der Gruppe entscheiden, auf welche Art Hilfe organisiert werden kann. Zum Beispiel kannst Du …

  • die nächste Hütte oder Siedlung ansteuern
  • Handyempfang in der näheren Umgebung suchen

Die konkrete Vorgehensweise hängt stark von der jeweiligen Situation ab. 

Abseits des Mobilfunknetzes können mittlerweile auch Satelliten-Notsysteme helfen. Neben speziellen Notfall-Messengern wie dem Garmin Inreach verfügen einige moderne Smartphones über eine Satelliten-Notruffunktion. Damit kann in bestimmten Ländern auch ohne Mobilfunkempfang ein Notruf abgesetzt werden, sofern freie Sicht zum Himmel besteht.

📡 Satelliten-Notruf: Gut zu wissen

  • funktioniert auch außerhalb des Mobilfunknetzes
  • benötigt freie Sicht zum Himmel
  • auf ausgewählten Smartphones und via Notfall-Messenger verfügbar
  • ersetzt kein Erste-Hilfe-Wissen und keine Tourenplanung
  • die Verfügbarkeit hängt von Gerät und Land ab

👉 Mehr dazu: Garmin inReach Mini 2 Notfallmessenger im Test

Was tun, wenn ich alleine bin?

Bist Du allein mit einer verunfallten Person, musst Du abwägen, ob Du sie vorübergehend allein lassen kannst. Für diese Entscheidung spielen Art und Schwere der Verletzung, Gelände, Tageszeit und Wetter eine wichtige Rolle.

Zudem solltest Du abwägen, ob Du Dich bei dem Vorhaben selbst in Gefahr bringen könntest, beispielsweise weil Du alleine in absturzgefährlichem Gelände unterwegs bist. 

3. Das alpine Notsignal

Wenn es sich um eine leichte Verletzung handelt, kann es vertretbar sein, den Verletzten kurze Zeit zurückzulassen, um Hilfe zu holen. Bei schweren Verletzungen ist dies oft nicht möglich. Dann kann das alpine Notsignal helfen. Dies kann akustisch (Rufen, Notfallpfeife am Rucksack!) oder visuell (Licht) erfolgen 

So funktioniert das alpine Notsignal

🆘 SOS-Signal: 6 Zeichen pro Minute – also alle zehn Sekunden ein Lichtsignal, Pfeifton oder Rufen

↩️ Antwort-Signal: 3 Zeichen pro Minute – also alle zwanzig Sekunden ein Pfeifen, Lichtsignal oder Rufen

⌛ Wiederhole das jeweilige Signal nach einer Minute Pause.

Wichtig: Auch wenn Du Dir als Ersthelfer in einer Notsituation bei manchen Dingen unsicher bist, ist es wichtig, dass Du in jedem Fall versuchst, im Rahmen Deiner Möglichkeiten und ohne Dich selbst zu gefährden, zu helfen. Du bist in einer Ausnahmesituation und solltest nach bestem Wissen und Gewissen handeln. Jeder Hilfeversuch ist besser als eine verunglückte Person sich selbst zu überlassen.  

Der Heli kommt: Was ist zu tun?

Hast Du Hilfe informiert, bereite die Ankunft des Rettungsdienstes vor. Positioniere einen Helfer an einem sichtbaren Punkt oder schaffe nach Möglichkeit eine geeignete Landefläche für den Hubschrauber (keine losen Gegenstände!). 

In vielen Rucksäcken bzw. auf Erste-Hilfe-Taschen findet sich eine kurze bebilderte Anleitung zum Thema Verhalten bei Notfällen.

Caroline Opp

In vielen Rucksäcken bzw. auf Erste-Hilfe-Taschen findet sich eine kurze bebilderte Anleitung zum Thema Verhalten bei Notfällen.


Wenn der Hubschrauber kommt, kannst Du mit einem Arm-Zeichen signalisieren, ob Du Hilfe benötigst:

Y – Yes, we need help: Beide Arme nach oben (= Y)

N – No, we don’t need help: Ein Arm nach oben und ein Arm nach unten (=N)

🚁 Bei einer Hubschrauberlandung gilt: Immer von vorne auf den Hubschrauber schauen, auf Zeichen des Piloten achten und nur auf Aufforderung nähern!

Wenn der Heli kommt, wird's turbulent. Achte darauf, dass keine losen Gegenstände herumliegen und halte Blickkontakt mit dem Piloten. Nähere Dich nur auf Aufforderung.

AdobeStock/choucashoot

Wenn der Heli kommt, wird’s turbulent. Achte darauf, dass keine losen Gegenstände herumliegen und halte Blickkontakt mit dem Piloten. Nähere Dich nur auf Aufforderung.


4. Lebensrettende Sofortmaßnahmen (BLS)

Lebensrettende Sofortmaßnahmen (= BLS basic life support) sind immer dann notwendig, wenn Du ein lebloses Unfallopfer vorfindest.

Dabei gehst Du nach folgendem Schema vor:

  • Bewusstsein: Sprich die Person laut an und prüfe, ob sie auf Ansprache oder durch vorsichtiges Rütteln reagiert.
  • Atemwege frei: Achte darauf, dass der Mundraum frei ist. 
  • Prüfe, ob die Person normal atmet. Ein sichtbares Heben und Senken des Brustkorbs oder spürbare Atemzüge sind Hinweise auf eine vorhandene Atmung.

⚠️ Atmet die Person nicht oder nicht normal, beginne sofort mit der Wiederbelebung und alarmiere den Rettungsdienst. Hast Du Zweifel, ob eine normale Atmung vorhanden ist, solltest Du ebenfalls mit der Reanimation beginnen.

Gut zu wissen

  • Falls sich später herausstellt, dass sie nicht notwendig gewesen wäre, ist das in der Regel weniger problematisch1, als eine erforderliche Reanimation zu unterlassen.
  • Die genaue Beurteilung von Puls, Blutdruck oder anderen Vitalzeichen ist für Laien in einer Notfallsituation oft schwierig. Entscheidend ist deshalb zunächst, ob die Person bei Bewusstsein ist und normal atmet.

🔄 Reanimationszyklus

Bei der Reanimation folgen auf 30 Herzdruckmassagen 2 Beatmungen (30:2).

Die Herzdruckmassage hat dabei Vorrang vor der Beatmung.

♥️ Herzdruckmassage

  • Seitlich eben die Person knien
  • Handballen mittig auf das Brustbein setzen
  • Das Brustbein etwa 5 bis 6 Zentimeter eindrücken
  • Nach jeder Kompression den Brustkorb vollständig entlasten
  • Frequenz 100 bis 120 Kompressionen pro Minute (zum Beispiel im Rhythmus zu „Staying Alive“)

😮‍💨 Beamtung

  • Mund-zu-Mund- oder Mund-zu-Nase-Beatmung durchführen
  • Eine Hand auf die Stirn legen 
  • Mit der anderen Hand das Kinn anheben und Mund und Nase verschließen
  • Zweimal beatmen, sodass sich der Brustkorb sichtbar hebt

Wenn Du Dir die Beatmung nicht zutraust oder Hemmungen hast, führe ausschließlich die Herzdruckmassage durch. Auch eine reine Herzdruckmassage erhöht die Überlebenschancen der betroffenen Person deutlich.

5. Stabilisierung des Patienten

Findest Du einen bewusstlosen Verunfallten mit vorhandener Atmung vor oder setzt diese während der Reanimation wieder ein, muss der Patient stabilisiert werden.  

Dafür bringst Du ihn zunächst in die stabile Seitenlage. 

Die stabile Seitenlage schützt bewusstlose, aber atmende Personen davor, an Erbrochenem oder der eigenen Zunge zu ersticken. Dabei wird die betroffene Person auf die Seite gedreht, der Kopf überstreckt und der Mund als tiefster Punkt positioniert.

Bergzeit

Die stabile Seitenlage schützt bewusstlose, aber atmende Personen davor, an Erbrochenem oder der eigenen Zunge zu ersticken. Dabei wird die betroffene Person auf die Seite gedreht, der Kopf überstreckt und der Mund als tiefster Punkt positioniert.


Zusätzlich solltest Du Folgendes im Blick behalten

  • für Wärme, bzw. Kälteschutz: zum Beispiel mit Rettungsdecken, Jacken oder einer isolierenden Unterlage
  • Atemwege freihalten: Mund als tiefsten Punkt lagern, so kann Erbrochenes abfließen)
  • Kreislauf immer wieder checken

6. Starke Blutungen stoppen und Schock bekämpfen

Wenn Du das Unfallopfer stabilisiert hast oder eine äußere (blutende) isolierte Verletzung vorliegt, so gilt es, diese bis zum Abtransport zu versorgen oder eine Situation herzustellen, mit der ein Weitergehen bis zum nächsten sicheren Ort (Hütte, Straße, Ortschaft) möglich ist. 

  • bei großen, stark blutenden Wunden: steriler Druckverband direkt auf Blutung & Hochlagerung des betroffenen Körperteils 
  • Abbinden der Blutung nur bei sehr stark blutenden Wunden, die nicht anders zu behandeln sind (im Idealfall: Uhrzeit vermerken, zu der damit begonnen wurde) 

Schwieriger ist es, wenn sich innere Blutungen ergeben haben. Diese sind für den Laien in einer Notfallsituation sehr schwierig zu erkennen und kaum zu behandeln. Als Hinweis für eine innere Blutung können gelten: 

  • Prellmarke/Schürfwunde auf dem Bauch oder der Flanke 
  • Schocksituation ohne erkennbare äußere Verletzung 
Eine Rettungsdecke hilft, um verunfallte Personen vor dem Auskühlen zu schützen. Auch Jacken und andere isolierende Ausrüstungsteile helfen, um Unterkühlung - und damit einem weiterem Problem -  vorzubeugen.

AdobeStock/Daxiao Productions

Eine Rettungsdecke hilft, um verunfallte Personen vor dem Auskühlen zu schützen. Auch Jacken und andere isolierende Ausrüstungsteile helfen, um Unterkühlung – und damit einem weiterem Problem – vorzubeugen.


Schock erkennen

Als Schock bezeichnet man eine Situation, in der der Körper zu wenig Sauerstoff im Kreislauf hat und es dadurch zur Unterversorgung von Organen kommen kann. Es gibt verschiedene Formen des Schocks – für die Notfallsituation am relevantesten ist der Schock nach großem Blutverlust. Man erkennt einen (drohenden) Schock zum Beispiel an folgenden Symptomen: 

  • Schneller Puls 
  • Kalte und feuchte Haut („kaltschweißig“) 
  • Unfallopfer unruhig, ggf. verwirrt 

Wichtig in solchen Situationen ist die sog. Schocklagerung, d.h. die Beine werden hochgelagert. So kann das noch vorhandene Blut in die Körpermitte zu den wichtigen Organen zurückströmen. 

Eine Ausnahme bildet dabei der Herzinfarkt – dabei soll der Oberkörper leicht hochgelagert werden, damit das Herz nicht unnötig mit Blut belastet wird. Auch beim Verdacht auf innere Blutungen sollte man keine Schocklagerung durchführen, da es ansonsten zu größerem Blutverlust kommen kann! 

7. Wunden und Brüche behandeln

Zum Glück treten bei den allermeisten Unfällen in den Bergen nur kleinere Verletzungen wie Wunden, Prellungen oder nicht lebensbedrohliche Brüche auf. 

Prellungen, Zerrungen und Dislokation

Für alle Prellungen und Zerrungen gilt das sogenannte PECH-Schema: 

  • PECH: Pause, Eis, Compression, Hochlagern 
  • Bei häufigem Umknicken des Sprunggelenks hilft oft ein stabilisierender Tape-Verband 

Wenn ein Gelenk durch einen Unfall „auskugelt“ ist (häufig: Schulter, Sprunggelenk), sollte es nur von Fachpersonal eingerenkt werden. 

Knochenbruch

Hat sich die verletzte Person einen Bruch zugezogen, so sollte dieser „achsgerecht“ gelagert werden. Ziehe nicht mit großer Kraft am Bruch, sondern versuche, diesen ruhig zu stellen. Hier ist oft Improvisation gefragt (z.B. Wanderstock + Verband). Einen offenen Bruch solltest Du ebenfalls achsgerecht lagern und so gut wie möglich steril verbinden. 

Verdacht auf eine Wirbelsäulenverletzung

Bei Stürzen aus großer Höhe oder sichtbaren Kopfverletzungen gibt es ein großes Risiko für zusätzliche Verletzungen der (Hals-)Wirbelsäule. Besteht der Verdacht, so sollte der Verletzte auf dem Rücken gelagert werden und Bewegungen am Hals vermieden werden. Im Idealfall stützt ein Helfer die Halswirbelsäule und stabilisiert diese. 

Gehört in jeden Outdoor-Rucksack: Das Erste-Hilfe-Set

Eigentlich selbstverständlich, aber trotzdem kann es nicht oft genug erwähnt werden. Ein Erste-Hilfe-Set gehört immer in Deinen Rucksack. Überprüfe regelmäßig den Inhalt,ergänze und tausche aus bei Bedarf den Inhalt aus. 

👉 Mehr dazu: Rucksackapotheke fürs Wandern und Trekking

Kleiner Exkurs: Hitze und Kälte

Die Behandlung von Erfrierungen/Verbrennungen ist in der Notfallsituation oft schwierig. Meist ist nur ein (steriler) Verband möglich und die definitive Behandlung muss später erfolgen.

Bei Unterkühlung gilt es, Wärme von außen (Decken, Jacke, ggf. Rettungsdecke) und innen (warmer Tee, …) zuzuführen.

👉 Mehr dazu: Erste Hilfe bei Erfrierung, Unterkühlung, Ski- und Lawinenunfällen

Bei einer Überhitzung ist eine langsame, stetige Flüssigkeitszufuhr wichtig. Zusätzlich sollte der Betroffene in eine kühle Umgebung (Schatten) gebracht werden und z.B. durch nasse Tücher gekühlt werden. 

👉 Mehr dazu: Sonnenbrand behandeln: Richtig kühlen und viel trinken

8. Notfälle bei inneren Erkrankungen

Während es im bisherigen Artikel vorwiegend um Verletzungen nach Unfällen ging, treten im Gegensatz dazu auch akute Erkrankungen aus innerer Ursache auf: Unter-/Überzucker, Blutdruckprobleme, Allergien, Herzinfarkte, Probleme bei vorbestehenden Lungenerkrankungen oder etwa Höhenkrankheit.

  👉 Mehr dazu: Höhenkrankheit: Symptome erkennen und behandeln

Dies ist nur eine kleine Auflistung und zeigt, wie weit die (Vor-)Erkrankungen reichen können. Die akuten Probleme sind meist nur unter Kenntnis der Vorgeschichte und der Symptome zu erkennen und nur medikamentös zu behandeln. Hier hilft oft nur (not-)ärztliche Hilfe. Auf eine detaillierte Auflistung wird daher an dieser Stelle verzichtet. 

Fazit: Sei vorbereitet

Ganz ohne Risiko geht es im Berg- und Outdoorsport nicht. Wer sich in unwegsamem Gelände bewegt oder sportlich ambitioniert unterwegs ist, setzt sich einer gewissen Verletzungsgefahr aus. Daher ist es sinnvoll und wichtig, grundlegendes Wissen für die Erste Hilfe beim Wandern und allgemein für Notfälle mitzubringen.  

Die nötige Sicherheitsausrüstung (wie Erste-Hilfe-Set, Helm, wärmende Kleidung, Sonnenschutz, im Winter abseits der Piste LVS-Ausrüstung) darf natürlich nicht fehlen. Und natürlich die realistische Einschätzung eines jeden selbst, was er sich zutrauen kann und möchte!

Anmerkung des Autors

Dieser Artikel gibt lediglich einen Überblick über das Thema und ersetzt keinesfalls eine persönliche Ausbildung im Bereich Erste Hilfe. Regelmäßige Erste-Hilfe-Kurse werden ausdrücklich empfohlen. 

Der Beitrag wurde anhand von Fachliteratur und praktischer Erfahrung erstellt, erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Medizinische Notfälle sind komplex und häufig situationsabhängig. 

Quellen zu diesem Beitrag

1 Smyth, M.A.; van Goor, S.; Malta Hansen, C. et al. (2025): European Resuscitation Council Guidelines 2025: Adult Basic Life Support. In: Resuscitation, Band 215, Artikel 110771, S.

Weitere Quellen:

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