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Die Technik der Furt

Einen Fluss sicher überqueren: Das ist beim Furten zu beachten

3 Minuten Lesezeit
Kreuzt die Wander- oder Trekkingroute einen größeren Bach oder Fluss ohne Brücke, steht der Wanderer mitunter vor einer großen Herausforderung. Der folgende Artikel zeigt eine Herangehensweise zur sicheren Querung: die sogenannte Furt.

Ob Mehrtagestour auf vorgegebenen Wegen oder Wildniswandern – ein häufiges Hindernis für den Wanderer im Gelände stellen Flüsse dar. Bei der Überquerung eines Flusses – der Furt – gilt es folgende Grundsätze zu beachten, um sicher auf die andere Seite zu kommen.

Wahl der Furt

  1. Am besten von einem erhöhten Punkt Überblick verschaffen.
  2. Strömung beurteilen: Verläuft die Strömung am gegenüberliegenden Ufer, so muss eine andere Stelle gesucht werden. Strömung bedeutet, gerade in Biegungen, tieferes Wasser und oftmals schlechtere Sicht. Besser ist es von außen nach innen bzw. zwischen zwei Biegungen zu queren.
  3. Wassertiefe und Fließgeschwindigkeit beurteilen: Meistens sind Querungen bis zu knietiefem Wasser gut möglich. Reicht das Wasser bis zum Oberschenkel, ist die kritische Zone erreicht.
  4. Wassertemperatur beachten: Lange Querungen können bei sehr niedriger Wassertemperatur unerwartet schwierig werden. Es besteht die Gefahr einer Unterkühlung!
  5. Flussteilungen suchen: Teilt sich der Fluss, zum Beispiel durch kleine Inseln, ist es besser in kleinen Abschnitten zu furten, als einem großen.
  6. Ufer beurteilen: Ist an der geplanten Stelle das Verlassen des Flusses sicher und gut möglich?
  7. Suche nach alternativer Furt: In der Regel entgegen der Fließrichtung (flussaufwärts), jedoch immer mit Blick auf die Karte.
  8. Grundsätzlich gilt: Bin ich mir nicht sicher, dass es geht, suche ich eine andere Stelle!
Ein Fluss muss nicht immer ein unüberwindbares Hindernis darstellen. Das Schaubild zeigt, wie optimale Furtstellen gefunden werden können. An einer guten Stelle mit richtiger Technik lassen sich Flüsse sicher überqueren. | Schaubild: Andreas Lindebner
Ein Fluss muss nicht immer ein unüberwindbares Hindernis darstellen. Das Schaubild zeigt, wie optimale Furtstellen gefunden werden können. An einer guten Stelle mit richtiger Technik lassen sich Flüsse sicher überqueren. | Schaubild: Andreas Lindebner

Zeitpunkt der Furt

Ein guter Zeitpunkt, einen Fluss zu überqueren, ist morgens. Flüsse, die von Gletschern oder Schnee gespeist werden, haben morgens in der Regel weniger Wasser. Eine Querung ist dann oft einfacher möglich. Beim Furten sollte man das Wetter immer im Blick haben: Niederschlag lässt Flüsse mitunter schnell steigen!

Technik der Furt

Beim Furten trägt man in der Regel ein extra Paar Schuhe (stabile Sandalen) und quert langsam diagonal zur Strömung. | Foto: Andreas Lindebner
Beim Furten trägt man in der Regel ein extra Paar Schuhe (stabile Sandalen) und quert langsam diagonal zur Strömung. | Foto: Andreas Lindebner
  1. Extra Paar Schuhe anziehen, um die Wanderstiefel nicht zu durchnässen. Es empfehlen sich schnell trocknende, leichte Outdoor Sandalen. Eine Flussdurchquerung ohne Schuhe bedeutet Verletzungsgefahr, außerdem hat man keinen sicheren Stand. Eine Flussdurchquerung ohne Schuhe ist daher ein absolutes No-Go!
  2. Wanderschuhe sicher am Rucksack befestigen (keine Gegenstände über den Fluss werfen!).
  3. Hüft- und Brustgurt des Rucksacks öffnen (den Rucksack im Falle eines Sturzes sofort versuchen loszuwerden!).
  4. Bei starker Strömung quer/diagonal zur Strömung queren.
  5. Trekkingstöcke als dritten und vierten Standpunkt verwenden. Immer drei Punkte als Fixpunkte während der Furt. Ein Stock als Stütze gegen die Strömung, der zweite zum „Ertasten“ der nächsten Schritte.
  6. Langsam queren und im Zweifel umdrehen und an einer anderen Stelle versuchen.

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