Manchmal darf es einfach ein bisschen mehr sein, oder? Mehr Kilometer, mehr Höhenmeter, mehr Gipfel, mehr Powder-Abfahrten. Warum also nicht auch mal mehr als nur eine Tages-Skitour? Wenn Du eine Herausforderung suchst, die Dich körperlich fordert und technisch weiterbringt, dann ist eine Skidurchquerung Dein Ziel für diesen Winter.
Ob als erstes großes Projekt dieser Art oder als ein weiteres Abenteuer in Deinem Tourentagebuch – nutze den Moment, um zu planen, zu trainieren und Dich vorzubereiten. In diesem Beitrag findest Du alles, was Du dazu brauchst.
🎿 Effizientes Set-up: Tourenski (85–95 mm Mittelbreite), Pinbindung (fachgerecht eingestellter Z-Wert), eingetragene Skitourenschuhe
🧤 Zwiebellook-Bekleidung: Atmungsaktive Merino-Baselayer, Fleece-Midlayer, leichte Daunenisolation, robuste Hardshell mit Wetterschutz
🛠️ Sicherheitsausstattung: LVS-Set, Gurt, Seil, Steigeisen, Harscheisen und GPS – alles vertraut und eingeübt
🏋️♀️ Physische & technische Vorbereitung: Grundlagenausdauer, Spitzkehren, Seiltechnik und sicheres Abfahren bei wechselnden Schneeverhältnissen
🗺️ Sorgfältige Tourenplanung: Optimales Zeitfenster (Mitte Februar bis Anfang April), Hüttenreservierung, Alternativrouten und realistische Abbruchkriterien
🗻 Abschließend findest Du in diesem Beitrag noch zwei Tourentipps für Skidurchquerungen, die auch für Einsteigerinnen und Einsteiger interessant sind:
- Die Venter Skirunde in Österreich
- Die Büdner Haute Route in der Schweiz
Ausrüstung & Bekleidung: leicht, funktional und kompromisslos zuverlässig
Wer eine Skidurchquerung plant, muss sich zu 100 Prozent auf sein Equipment verlassen können:
Die richtige Ausrüstung ist nicht nur ein Komfort-, sondern vielmehr ein Sicherheitsfaktor.
Gewicht, Funktionalität und Robustheit müssen dabei im Gleichgewicht sein, denn Du trägst alles selbst über mehrere Tage, von Hütte zu Hütte bei wechselnden Bedingungen.
Bergzeit
Ski, Bindung und Schuhe: das richtige Set-Up ist ein Erfolgsfaktor bei Skidurchquerungen.
Ski, Bindung, Schuhe
Deine Skitourenschuhe sollten vor einer Skidurchquerung unbedingt eingelaufen sein und Dir auch bei anspruchsvollen Abfahrten genügend Halt geben.
Tourenski mit einer Mittelbreite zwischen 85 bis 95 Millimeter bieten einen guten Auftrieb beziehungsweise genügend Stabilität in der Abfahrt und sind dennoch effizient genug im Aufstieg.
Um Deinen Ski für die Durchquerung nicht unnötig schwer zu machen, aber trotzdem eine solide Kraftübertragung zu haben, sind Pinbindungen die erste Wahl. Bei modernen Pinbindungen lässt sich der Z-Wert einstellen, sodass Deine Bindung zuverlässig auslöst.
Der Z-Wert oder Auslösewert beschreibt die Auslösehärte der Skibindung und ist innerhalb der angegebenen Werte individuell einstellbar.
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Zum Tourenski-KonfiguratorFelle & Harscheisen
Hochwertige Felle mit sicherem Halt sind essenziell. Achte auf gute Klebeeigenschaften, auch bei Kälte oder Feuchtigkeit. Das kommt Dir vor allem beim mehrmaligen Auf- und Abfellen sehr zugute.
Harscheisen gehören bei harten Querungen oder vereisten Passagen unbedingt ins Gepäck. Sie können den Unterschied machen zwischen Weitergehen und Umkehren.
Bekleidungssystem
Hier ist der Zwiebellook altbewährt:
- Baselayer: Am besten aus Merino – atmungsaktiv und feuchtigkeitsregulierend
- Midlayer: Fleece oder ähnliches
- Isolation: Leichte Daune
- Shell: Hardshell mit hoher Atmungsaktivität und Wetterschutz
- Sonstiges: Skisocken, dünne und dicke Handschuhe, Schlauchschal, Kopfbedeckung, Helm, Sonnenbrille und Skibrille, Hüttenkleidung
Sicherheitsausrüstung
Neben LVS-Gerät, Sonde, Schaufel und Erste-Hilfe-Set gehören bei Gletschertouren auch Gurt, Seil, Karabiner, Schlingen und Steigeisen zur Standardausrüstung. Je nach Route kann auch ein Eispickel sinnvoll sein.
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Zum LVS-KonfiguratorStirnlampe, Biwaksack und ein GPS-Gerät oder Kartenmaterial gehören ebenfalls zur Pflichtausstattung, genau wie ein Multitool, Verpflegung und Dokumente plus Bargeld. Im Idealfall hast Du sogar einen Rucksack mit Lawinenairbag am Rücken.
ℹ️ Hier findest Du den Marktüberblick der aktuellen LVS-Geräte: LVS-Geräte 2025/26 im Vergleich
Rucksack & Zubehör
Ein Rucksack mit 35 bis 45 Litern Volumen reicht für mehrtägige Touren. Wichtig sind Ski- und Helmhalterung, ein schneller Zugriff auf Deine Sicherheitsausrüstung und eine gute Rückenbelüftung.
Jan von Urbanowicz
Auf einer Skidurchquerung hat man einiges dabei.
Fitness & Technik: Die Basis für eine erfolgreiche Skidurchquerung
Eine Skidurchquerung erfordert ein breites Skillset aus den Bereichen Ausdauer, Kraft, Technik und mentale Stabilität. Wer sich auf eine mehrtägige Tour im Hochgebirge einlässt, muss vorbereitet sein. Daher lohnt es sich, früh in der Saison gezielt zu trainieren und Dich systematisch vorzubereiten.
Kondition & Ausdauer
Technische Skills
Das Du im Gelände sicher auf dem Ski stehst, ist eine Grundvoraussetzung. Zum technischen Skillset gehört aber ebenso:
- Spitzkehren in steilem Gelände
- Abfahrten bei wechselnden Schneeverhältnissen (Pulver, Bruchharsch, Firn)
- Aufstiegstechnik mit Harscheisen und ggf. Steigeisen/Eispickel
- Seiltechnik für Gletscherpassagen: Anseilen, Sichern, Spaltenbergung, etc.
Ein Gletscherkurs oder ein Techniktraining mit Bergführer oder Bergführerin ist eine sinnvolle Investition – besonders dann, wenn Du Deine erste Durchquerung ohne Guiding planst.
Bergzeit
Spitzkehren gehen gehört zum Standardrepertoire im Technik Skillset.
Mentale Stärke & Gruppendynamik
Mehrere Tage in alpinem Gelände, mit Wetterumschwüngen, langen Etappen und im worst case Entscheidungen unter Druck – das fordert auch mental. Du brauchst Fokus, Entscheidungsfähigkeit und Teamfähigkeit. Eine gute Vorbereitung hilft dabei ungemein, aber auch Erfahrung und Selbstreflexion sind entscheidend.
Planung & Vorbereitung
Eine erfolgreiche Skidurchquerung beginnt lange vor dem ersten Schritt im Schnee. Wer gut vorbereitet ist, kann Risiken minimieren, die Tour genießen und im entscheidenden Moment souverän handeln. Planung bedeutet in diesem Fall nicht nur die Wahl der richtigen Route, sondern auch das richtige Timing, Sicherheitsmanagement und die logistische Organisation.
Tourenfenster & logistische Tipps
Die besten Bedingungen für Skidurchquerungen herrschen meist zwischen Mitte Februar und Anfang April.
Achte auf stabile Schneeverhältnisse, gute Wetterprognosen und Hüttenverfügbarkeiten bzw. deren Öffnungszeiten.
Vor allem bei beliebten Routen ist eine frühzeitige Reservierung das A und O. Mach Dir außerdem schon rechtzeitig Gedanken über Deine An- und Abreise. Eine gute Logistik reduziert Stress und schafft Raum für das Wesentliche: die Tour selbst.
Jan von Urbanowicz
Hütten sollte man frühzeitig reservieren …
Jan von Urbanowicz
… sonst kann es in der Hochsaison schon mal eng werden.
Zwei Skidurchquerungen in Österreich und der Schweiz
Mit der Venter Skirunde in Österreich und der Bündner Haute Route stellen wir Dir zwei Optionen für eine Skidurchquerung mit Charme und Charakter vor:
Venter Skirunde (Österreich)
Die Venter Runde ist ein Klassiker und wird auch oft als Haute Route der Ostalpen bezeichnet. Sie führt in fünf Tagen durch den zentralen Teil der Ötztaler Alpen.
Die Wildspitze (3.768 m) als Highlight der Venter Skirunde.
Vorbei an bekannten Gipfeln wie der Wildspitze, Similaun und Weißkugel kombiniert die Tour anspruchsvolle Gletscherpassagen mit eindrucksvollen Gipfeloptionen. Täglich bietet sie neue Perspektiven auf die Hochalpen Tirols.
• Start/Ziel: Vent in Triol
• Etappen: Martin-Busch-Hütte, Similaunhütte, Hochjochhospiz, Vernagthütte
• Highlights: technisch fordernde Übergänge, hochalpine Atmosphäre
• Voraussetzungen: Gletschererfahrung, gute Kondition, sichere Skitechnik
Bündner Haute Route (Schweiz)
Von St. Moritz, dem Ort der Reichen und Schönen, führt die Route über fünf Etappen nach Davos. Dabei traversiert man die Albula Alpen und besteigt den Piz Kesch als höchsten Punkt mit 3.418 Metern.
Das Engadin in der Schweiz – unglaubliche Kulisse auf der Bündner Haute Route.
Die Etappen der Bündner Haute Route sind nicht ganz so ausgesetzt und technisch, wie die der klassischen Haute Route. Daher ist diese Skidurchquerung geeignet, um zum ersten Mal die Erfahrung einer Mehrtages-Skitour zu machen.
- Start/Ziel: St. Moritz (Julierpass) – Davos (Flüelapass)
- Etappen: Hospitz La Veduta, Chamanna Jenatsch, Kesch-Hütte, Grialetschhütte
- Highlights: Einsame Täler, Blick auf Piz Buin, gut als „Öbi-Tour“ machbar
- Voraussetzungen: Skitourenerfahrung, gute Orientierung, sicheres Skifahren im alpinen Gelände
Sicherheitsaspekte
Sicherheit beginnt mit Wissen: Informiere Dich täglich über Lawinenlage, Wetterentwicklung und Schneeverhältnisse. Plane Alternativrouten, definiere klare Abbruchkriterien noch bevor es losgeht und stimme Dich mit Deiner Gruppe ab. Um im Notfall richtig zu handeln, merke Dir die folgenden Punkte:
📞 Notruf: Europaweiter Notruf 112; Alpiner Notruf (aus dem Inland) Österreich: 140 / Schweiz: 1414
❓ 5 W-Fragen: Wo? Was? Wie viele Personen? Welche Art von Verletzungen liegen vor? Warten auf Rückfragen!
⛑️ Erste Hilfe nach PAKET-Maßnahmenschema der Johanniter Unfallhilfe: Person ansprechbar? Atmung vorhanden? Korrekter Notruf abgesetzt? Eigenwärme erhalten? Trösten!
Domi Tauber / Roman Königshofer
Mit der richtigen Vorbereitung bieten Skidurchquerungen unglaubliche Erlebnisse.
Dein Ziel, Dein Winter, Deine Skidurchquerung
Eine Skidurchquerung ist mehr als eine reine Skitour – sie ist ein Statement. Für Deine Leidenschaft auf zwei Brettern, Deine Ausdauer und Deinen alpinen Anspruch. Setz Dir Dein Ziel, bereite Dich entsprechend vor und starte in einen Winter, der Dich weiterbringt. Aber Achtung: Wenn Du einmal das Abenteuer Skidurchquerung erlebt hast, willst Du sicher mehr davon!
Was treibt Dich an, eine Skidurchquerung anzugehen? Gibt es Planungs-Aspekte, die Du in diesem Beitrag vermisst? Lasse es und wissen, in den Kommentaren!