Wenn die Kleinen mit auf Tour gehen, ist ein passender Rucksack ein echtes Plus. Aber wie viel Liter soll der Wanderrucksack fassen? Und welche Rucksackgröße darf das Kind ab welchem Alter tragen?
Größe, Gewicht und Sitz des Kinder-Wanderrucksacks sind entscheidend, damit das Draußensein Freude macht. Je nach Alter spielen auch das Tragesystem und die Ausstattung eine Rolle.
Hier findest Du Empfehlungen für jede Altersstufe sowie Tipps zu Alter und Gewicht. So wählst Du das passende Rucksackmodell für Dein Kind.
Bergzeit
Selbst trägt das Kind! Ein eigener Wanderrucksack bringt Selbständigkeit und bietet Platz für Brotzeit und Sammelbeute.
Empfehlungen nach Alter: Welche Größe hat ein Wanderrucksack für Kinder?
Das Fassungsvermögen von Kinder-Wanderrucksäcken variiert stark. Von vier bis zwanzig Liter findest Du im Kindersortiment eine große Vielfalt. Dabei können die Altersempfehlungen der Hersteller bei Rucksäcken mit identischem Volumen durchaus unterschiedlich sein.
Zur besseren Orientierung können Kinderrucksäcke vier verschiedenen Altersklassen zugeordnet werden:
🎒Rucksackgröße nach Alter
- Kleinkinder (1,5-3 Jahre): 5 bis 8 Liter Volumen
- Kindergartenkinder (3-6 Jahre): bis etwa 12 Liter Volumen
- Grundschulkinder (6-10 Jahre): bis 20 Liter Volumen
- Ältere Kinder & Teenager (ab 10 Jahre): ab 12 Liter Volumen
Ergänzend sei gesagt: Der Übergang, ab welchem Alter welche Zulade-Kapazitäten notwendig und sinnvoll sind, ist fließend.
Wichtig ist, dass Du beim Rucksackkauf neben dem Einsatzbereich und den damit verbundenen Anforderungen auch die individuelle Statur Deines Kindes berücksichtigst: Es gibt Vierjährige, deren Körperbau mit einem Sechsjährigen mithalten kann. Umgekehrt kann ein Grundschulkind auch zierlich sein wie ein Kindergartenkind.
Die Einsteigermodelle für die kleinsten Rucksackträger bewegen sich im Bereich um fünf bis maximal acht Liter Zuladung. Damit lässt sich von ambitionierten Kleinkindern beispielsweise eine Brotzeit oder allerlei Sammlerbeute transportieren. Gleichzeitig bietet der Rucksack ausreichend Kapazitäten für die ersten Jahre als alltäglicher Begleiter in die Krabbelgruppe oder Kita.
Ab drei Jahren steigt mit der Körpergröße des Kindes der Anspruch an die Ladekapazitäten. Gleichzeitig gewinnt der Wanderrucksack bei allerlei Freizeitaktivitäten an Bedeutung. Für Kinder unter 6 Jahren sind Rucksäcke im Bereich acht bis zehn Liter Zuladung empfehlenswert. Werden größere Ladekapazitäten benötigt, dann sind auch Modelle mit zwölf bis 15 Litern erhältlich, die sich ebenfalls für Einsätze im Kindergarten eignen.
Im Grundschulalter – spätestens mit 7 oder 8 Jahren – wird der bewährte Kindergartenrucksack schnell zu klein. Wanderrucksäcke für Kinder von 6 bis 10 Jahren starten mit einer Größe von etwa zehn Litern aufwärts. Modelle wie der Deuter Junior bieten mit etwa 18 Litern Volumen ausreichend Kapazitäten, um beim Wandern, Schulsport oder Übernachtungsbesuch alles Wichtige unterzubringen.
Mit 8 bis 10 Jahren steigen die Anforderungen an den Kinder-Wanderrucksack. Ob Hüttentour oder Klassenfahrt, mit ausreichend Stauraum und passender Ausstattung macht das Wandern auch in diesem Alter Spaß.
Rucksäcke für Teenies und Jugendliche sind auf den ersten Blick kaum noch von Rucksäcken für Erwachsene zu unterscheiden. Auch die Volumenangabe steht den ausgewachsenen Modellen in nichts nach.
Wo liegt also der Unterschied? Ähnlich wie bei Rucksackmodellen für Frauen berücksichtigen die Hersteller bei Jugendmodellen den oft schmaleren Körperbau der Zielgruppe und stimmen die Proportionen, Hüftflossen- und Trägeransätze darauf ab.
- Einen Brustgurt haben oft schon die Rucksäcke für die Kleinsten. So bleiben die Träger, wo sie sein sollen.
- Ein gepolsterter Hüftgurt, der die Last auf die Hüften überträgt, findet sich bei einigen Teenager-Modellen, die für deutlich mehr Gewicht und Volumen (ab 25 Liter) ausgelegt sind, etwa dem Vaude Hidalgo. Andere leichtere Modelle besitzen einen einfachen Hüftgurt.
- Mit Regenhüllen ausgestattet sind unter anderem die Rucksäcke Puck von Vaude, Waldfuchs von Deuter sowie die Trollkids-Wanderrucksäcke. Modelle wie der Typhoon von Exped oder der Trollkids Senja sind wasserdicht.
- Die Möglichkeit eine Trinkblase zu verstauen, gibt es bei den Wander- und Trekkingmodellen von Deuter und Osprey, aber auch Vaude und Kohla sind dahingehend ausgestattet.
- Ein Sitzkissen ist unter anderem bei Rucksäcken von Trollkids und Kohla mit dabei.
- Tipp: Nutze den Filter „Rucksackausstattung“ im Bergzeit Shop.
Wanderrucksack-Empfehlungen für Alltag & Co.
Neben Größe und Alter sind bei der Auswahl des passenden Kinder-Wanderrucksacks auch ein erweiterbarer Einsatzbereich und persönliche Ansprüche wie Preis oder Nachhaltigkeit entscheidend. Hier findest Du weitere Empfehlungen – von besonders günstigen oder nachhaltigen Modellen bis zu alltagstauglichen Kinderrucksäcken.
Darf mein Kind schon einen Wanderrucksack tragen?
Kinder ab zwei Jahren können bereits – zumindest für kürzere Ausflüge – einen eigenen Rucksack tragen. Die Anforderungen sind allerdings ganz andere als an einen Wanderrucksack für Erwachsene. Das Kind soll in erster Linie seine Brotzeit und eine kleine Trinkflasche tragen können – ob es damit auf Wanderung oder in den Kindergarten geht, macht da erst einmal keinen Unterschied.
Bei größeren Kindern und Teenagern kommt noch die eigene Ausrüstung hinzu – hierfür werden die Wanderrucksäcke schon spezieller.
Bergzeit
Wanderrucksäcke mit einem Volumen um 18 Liter passen von 7 bis etwa 12 Jahre und sind zum Wandern, aber auch für viele andere Aktivitäten, ideal.
Wie viel Gewicht darf mein Kind im Wanderrucksack tragen?
Das ist für Eltern eine wichtige Frage. Früher galt bei vielen Experten die Faustregel: Ein Kind kann etwa zehn Prozent seines Körpergewichts tragen. Mittlerweile raten Fachleute Folgendes:
- Bei Kindergartenkindern sollte der Rucksack über einen längeren Zeitraum nicht mehr als ein Kilogramm wiegen.
- Grundschulkinder bis 7 oder 8 Jahre können in ihrem Rucksack bis zu drei Kilogramm tragen.
- 9- bis 12-Jährige sollten im Wanderrucksack maximal fünf Kilogramm transportieren.
- Teenager dürfen sich bis zu sieben Kilogramm auf den Rücken schnallen.
Wichtig: je nach Gewicht und Konstitution des Kindes muss hier unter Umständen noch etwas Last reduziert werden.
Bei den Gewichtsangaben der Kinderrucksäcke handelt es sich um eine allgemeine Empfehlung. Denn wann trägt ein Kind normalerweise drei Kilo auf dem Rücken? Auf dem Schulweg mit einer meist überschaubaren Länge. Daher ist es für viele kleine Bergsteiger eine große Umstellung, plötzlich mit einem Gewicht von mehreren Kilogramm auf dem Rücken einen Berg hochzuwandern.
Bergzeit
Für Kindergartenkinder sollte die Rucksackzuladung möglichst leicht gehalten sein. Mehr wird es unterwegs meistens ohnehin.
Weniger ist manchmal mehr
In Sachen Gewicht beim Wanderrucksack für Kinder gilt also: Jedes Kind ist anders. Wie ist der Körperbau? Wie die Kondition? Wie oft und wie lange geht Dein Kind normalerweise mit einem Rucksack?
Bevor es losgeht, heißt es also mit Deinem Kind den Wanderrucksack zu packen. Dabei gilt: Lieber weniger mitnehmen (und ggfls. in den elterlichen Rucksack packen) als zu viel. So kannst Du Verspannungen und Überbelastungen vermeiden.
Auch lernt Dein Kind, den Rucksack richtig einzupacken und sich auf das Notwendige zu beschränken. Und mit einem passenden und dazu noch gut gepackten Wanderrucksack kommt bei Deinem kleinen Wanderaspiranten garantiert pure Wanderlust statt blankem Wanderfrust auf!