• Seit 1999 online
  • Powered by 350 Bergsportler
  • Am Puls der Berge
Läuft!

Die richtigen Wanderschuhe für eine Alpenüberquerung

5 Minuten Lesezeit
Welche Wanderschuhe eignen sich für eine Alpenüberquerung? Und worauf solltest Du neben der Schuhauswahl noch achten? Mit unseren Tipps bist Du auf Mehrtagestour sicher und komfortabel unterwegs.

Der Traum, einmal die Alpen zu überqueren, steht und fällt mit dem richtigen Schuhwerk. Denn: Wer beim Wandern über mehrere Tage lange Strecken zurücklegt, braucht einen Schuh, der zuverlässig passt ohne zu drücken, sicheren Tritt und Halt bietet und vor den Elementen schützt.

Doch welche Wanderschuhe sind die richtigen für eine Alpenüberquerung und worauf solltest Du unterwegs achten? Wir haben dazu unsere Bergzeit Experten aus dem Schuheinkauf, Michael Pfaff und Thomas Hofmann, befragt.

Welche Wanderschuhe eignen sich für eine Alpenüberquerung?

Wanderschuhe für eine Alpenüberquerung sollten wasserdicht sein und bis über die Knöchel reichen. Je nach Anspruch der Tour sind Wanderschuhe der Kategorie B oder B/C am besten geeignet.

Wanderschuhe der Kategorie B sind klassische Wanderstiefel mit fester, gut gedämpfter Sohle für leichte Trekkings im alpinen Gelände – auch für Steige und Hüttenwege.

Bergstiefel der Kategorie B/C sind für anspruchsvolle Bergtouren gemacht und in der Regel bedingt steigeisenfest mit einer steifen Sohle. Sie bieten auch auf Klettersteigen die nötige Unterstützung.

Wer gut trainiert und trittsicher unterwegs ist, kann auf einfacheren Touren auch mit einem Wanderschuh mit niedrigem Schaft losziehen. Im anspruchsvollen alpinen Gelände und mit mehr Gepäck auf dem Rücken empfehlen wir jedoch einen knöchelhohen Schuh (mindestens Kategorie B).

Mit einem Bergschuh der Kategorie B bist Du auf der sicheren Seite. Schuhe dieser Kategorie sind nicht zu leicht, aber auch nicht zu schwer und geben genügend Halt für eine Alpenüberquerung. Sollte die Tour etwas anspruchsvoller sein, darf es gerne ein Wanderschuh der Kategorie B/C sein.

Michael Pfaff, Bergzeit Experte

➡️Hier erfährst Du mehr zu den Wanderschuh-Kategorien: Wander- und Bergschuhe: Welche Kategorie für welchen Einsatz? Im Bergzeit Shop kannst Du nach der passenden Schuhkategorie filtern.

🏆 Unser Testsieger-Überblick „Die besten Wanderschuhe“ zeigt Dir aktuelle Top-Wanderschuhe für jeden Einsatz – von Alpenüberquerung bis Klettersteig, für lange Strecken oder schnelle, kurze Touren.

Mit einem knöchelhohen Wanderschuh der Kategorie B oder B/C (bei anspruchsvollen Routen) bist Du bei einer Alpenüberquerung gut beraten.

Bergzeit

Mit einem knöchelhohen Wanderschuh der Kategorie B oder B/C (bei anspruchsvollen Routen) bist Du bei einer Alpenüberquerung gut beraten.


Mit einem knöchelhohen Wanderschuh der Kategorie B oder B/C (bei anspruchsvollen Routen) bist Du bei einer Alpenüberquerung gut beraten.

Bergzeit

Die Härte der Sohle richtet sich nach der gewählten Route: Weicher im einfacheren Gelände (Kategorie B), härter in anspruchsvollem Terrain (Kategorie B/C).


Wie stelle ich den Komfort meiner Wanderschuhe unterwegs sicher?

„Auf jeden Fall einlaufen!“, rät Michael von Bergzeit. „Bevor ich mit meinem neuen Wanderschuh eine Alpenüberquerung starte, sollte der Schuh definitiv mehrmals eingelaufen sein. Ein Schuh, der gut passt, ist das A und O auf Mehrtagestouren“. Hier findest Du Tipps zum Einlaufen Deiner neuen Wanderschuhe.

🥾Komfort-Tipp: Einlegesohle

Wer mit Gepäck mehrere Tage am Stück lange Strecken wandert, wird den zusätzlichen Komfort einer flexiblen Einlegesohle zu schätzen wissen. Die zielgerichtete Unterstützung des Fußgewölbes lässt die Füße weniger schnell ermüden und beugt Gelenkbeschwerden vor. Es gibt für jeden Fußtyp das passende Sohlenmodell.

Auch individuelle Sohlenlösungen sind im Wanderbereich möglich und empfehlenswert: Beim Sohlen-Fitting wird die Sohle vom Spezialisten (z.B. Orthopädie-Techniker) auf den Fuß maßgeschneidert und im Laden an den Wanderschuh angepasst.

Du solltest zudem auf die Wahl der richtigen Socken achten. „Blasenbildung ist meistens ein Problem der Socken“, so Bergzeit Experte Thomas. „Wichtig ist Funktionsmaterial wie Kunstfaser oder Merinowolle, Baumwolle ist dagegen tabu. Wandersocken gibt es zudem in unterschiedlichen Stärken und Materialzusammensetzungen, mit mehr und weniger Polsterzonen an den druckempfindlichen Stellen.“

Thomas‘ Tipp für die passende Wandersocke: „Für mehrtägige Wanderungen wähle ich gerne eine dünnere Merino- oder Polyestersocke mit speziellen Polsterzonen im Fußsohlen- und Köchelbereich. Diese sorgen für ein angenehmes Fußklima – und im Falle der Merinowolle lassen sie sich wegen der geruchsneutralisierenden Eigenschaften auch mehrere Tage lang tragen!“

Wie binde ich meine Wanderschuhe, fest oder locker?

Hier sind sich die Experten einig: Nicht zu fest und nicht zu locker sollte Dein Wanderschuh gebunden sein. Thomas erklärt das so: „Der Wanderschuh sollte zu jeder Zeit auf Tour den richtigen Halt bieten: Zu locker erhöht das Verletzungsrisiko am Berg, zu eng lässt das Blut nicht richtig zirkulieren und man bekommt leicht ein Gefühl der „Enge“ im Schuh.“

Wanderschuhe sollten so fest gebunden sein, dass sie guten Halt bieten.

Bergzeit

Wanderschuhe sollten so fest gebunden sein, dass sie guten Halt bieten.


Wanderschuhe sollten so fest gebunden sein, dass sie guten Halt bieten.

Bergzeit

Achte auch auf die passenden Wandersocken, um Blasen vorzubeugen.


Achte darauf, dass die Schnürung angenehm fest sitzt – „so, dass ich mir vorstellen kann, den ganzen Tag sicher darin zu laufen“, empfiehlt Michael. Mit Schnürsenkeln kannst Du den Druck sehr genau einstellen.

Und vergiss nicht, unterwegs bei Bedarf nachzujustieren. „Sollte es mal ein längeres Stück bergab gehen, kann ich die Schnürung jederzeit nachziehen, sodass ich abwärts etwas mehr Halt habe“, so der Bergzeit Experte.

➡️ Konkrete Tipps zum Schnüren mit verschiedenen Techniken gibt’s hier: Wanderschuhe richtig schnüren: Druckstellen vorbeugen

Muss ich den Schuh jeden Abend pflegen oder reinigen?

Die gute Nachricht: Nein. Du kannst Dich abends auf Dein wohlverdientes Feierabendbier konzentrieren und musst nicht nochmal raus zum Schuheputzen. Wenn Du Deinen Wanderschuh vorab gut gepflegt hast, sollte er die Mehrtagestour gut überstehen (hier findest Du Tipps zur Schuhpflege).

Aber: „Wichtig ist, den Schuh so gut es geht trocknen zu lassen! Sollte er am nächsten Tag noch nass oder feucht sein, kann es zu Reibungen und daraus resultierend zu Blasen am Fuß kommen“, warnt Bergzeit Experte Michael.

Kann ich eine Alpenüberquerung auch mit Barfuß-Wanderschuhen machen?

Barfußschuhe sind im Trend und es gibt sie auch mit ordentlichem Profil für Wandertrails. Sie bieten eine sehr gute Abwechslung bzw. Ergänzung zum klassischen Wanderschuh auf kürzeren, leichten Wanderungen, da hier die Muskulatur anders beansprucht und trainiert wird.

„Für eine Alpenüberquerung empfehle ich jedoch den Einsatz klassischer Wanderschuhe der Kategorie B oder B/C“, meint Bergzeit Experte Thomas. „Hier sind lange Strecken mit zusätzlichem Gepäck zu absolvieren – da muss der Wanderschuh hohe Stabilität, Komfort und Schutz bieten“.

Mehr zum Thema Wanderschuhe und Alpenüberquerung

Tipps für Deine Alpenüberquerung im Bergzeit Podcast

In dieser Beratungsfolge verrät Dir Bergzeit Experte Flo Wolf, wie Du Dich optimal auf eine Alpenüberquerung zu Fuß vorbereitest und gibt hilfreiche Tipps zu Planung, Training und Gepäck.

0 0 votes
Deine Bewertung
0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments

Unsere Top Outdoor Kategorien


Bergzeit Magazin - Dein Blog für Bergsport & Outdoor

Willkommen im Bergzeit Magazin! Hier findest Du Produkttests, Tourentipps, Pflegeanleitungen und Tipps aus der Outdoor-Szene. Von A wie Alpspitze bis Z wie Zwischensicherung. Das Redaktionsteam des Bergzeit Magazins liefert zusammen mit vielen externen Autoren und Bergsport-Experten kompetente Beiträge zu allen wichtigen Berg- und Outdoorthemen sowie aktuelles Branchen- und Hintergrundwissen.