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Von Hütte zu Hütte

Packliste Hüttentour

6 Minuten Lesezeit
Ob Alpenüberquerung, Wochenendtour, Fernwanderweg oder Mehrtagestrek im Gebirge - in unserer Packliste findest Du alles, was Du auf einer mehrtägigen Tour mit Hüttenübernachtung benötigst. Dazu geben wir Tipps zu Wechselwäsche und Rucksackgewicht und was Du in Zeiten von Corona beachten musst.

Weitere Ausrüstung und Wechselkleidung

Technik & Karten

Für die Übernachtung auf der Hütte

Verpflegung & Zubehör

Gesundheit & Erste Hilfe

Sonstiges

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Wie viel Wechselkleidung brauche ich?

Unterwäsche und Funktionskleidung aus Merinowolle ist ideal für mehrtägige Hüttentouren, da die Wolle nicht so schnell riecht und sich etwaige Gerüche beim Auslüften verflüchtigen. Das spart Wechselwäsche.

Ortovox/Hansi Heckmair

Unterwäsche und Funktionskleidung aus Merinowolle ist ideal für mehrtägige Hüttentouren, da die Wolle nicht so schnell riecht und sich etwaige Gerüche beim Auslüften verflüchtigen. Das spart Wechselwäsche.


Bei mehrtägigen Hüttentouren – sei es eine Alpenüberquerung, ein Fernwanderweg oder eine Pilgerwanderung – solltest Du immer ausreichend Wechselkleidung einpacken. Eine allgemeingültige Aussage, wie viele Shirts etc. man mitnehmen muss, ist sehr schwierig und abhängig von Faktoren wie

  • Art der Unterkunft (Kann ich dort waschen?),
  • eigenen Ansprüchen (Wie sauber will ich unterwegs sein?),
  • Art und Länge der Tour (Muss ich jedes Gramm Gewicht sparen?)
  • und dem Wetter (Muss ich mich unterwegs öfter umziehen?).

Prinzipiell würde ich für Mehrtagestouren empfehlen, mindestens drei Shirts und drei Sätze Unterwäsche (am besten aus Merinowolle) auf die Packliste zu setzen. So hast Du immer einen Satz als Reserve (zum Beispiel für die Nacht) – auch wenn Du tagsüber schon einmal wegen Wetter oder Schweiß wechseln musstest.

  • Tipp: Für den nächsten Tag kannst Du Deine Wäsche (fast) immer zumindest notdürftig auswaschen.

Wie viel Gewicht darf der Rucksack haben?

Wie für normale Bergtouren gilt, dass die Packliste an den individuellen Anspruch, das Wetter sowie die jeweilige Tour und Dauer angepasst werden muss. Noch mehr als bei Tagestouren gilt bei einer mehrtägigen Hüttenwanderung: Gewicht sparen wo immer es geht! Man braucht für eine Hüttenübernachtung weniger als man denkt und lernt mit der Erfahrung, auf überflüssige Ausrüstung und Ersatzkleidung zu verzichten. Beim ersten Mal nimmt wohl jeder zu viel mit, daher solltest Du bewusst überlegen, was Du wirklich brauchst und was nicht. In der Regel wird empfohlen, das Gewicht auf rund acht Kilogramm zu reduzieren – als absolute Obergrenze gelten oft zwölf Kilogramm. Doch auch das ist natürlich abhängig von der Art der Bergtour und der Anzahl der Tage.

  • Tipp: Probiere Dein Gepäck auf einer kleineren Mehrtagestour aus. Dann wirst Du schnell merken, was Du doch zu Hause lassen kannst und was Du bereit bist zu tragen.

Die Faustregel für das maximale Rucksackgewicht besagt: Körpergewicht geteilt durch 4 (gut trainierte Personen) bzw. Körpergewicht geteilt durch 5 (trainierte Personen).

Weitere Tipps für die Hüttentour

Zusätzlich zur Packliste für die Hüttentour gibt es einige Punkte, die ich allen auf einer mehrtägigen Hüttenwanderung besonders ans Herz legen möchte:

  • Ordnung im Rucksack halten! Dies fängt schon beim Packen an – man sollte sich ein Konzept überlegen und die unterschiedlichen Fächer im Rucksack sinnvoll nutzen. Das bedeutet: Dinge, die man nur einmal am Tag (abends auf der Hütte) braucht, müssen nicht den Weg zur Trinkflasche versperren. Andererseits ist es sinnvoll, Ausrüstung wie die Regenjacke so zu platzieren, dass sie griffbereit liegt (zum Beispiel im Bodenfach des Rucksacks).
  • Auf Komfort achten! Der Rucksack sollte gut sitzen, die Schuhe sollten gut eingelaufen sein und keine Blasen erzeugen. Das Shirt sollte nicht reiben und die Sonnenbrille nicht die ganze Zeit verrutschen – dies bringt uns auch direkt zum nächsten Tipp:
  • Keine Experimente auf einer Mehrtagestour! Während man eine Tagestour auch mit dem ein oder anderen Problem noch gut bewältigt, kann dies auf Mehrtageswanderungen wie einer Hüttentour nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich werden. Daher nicht mit neuen Schuhen, komplett neuem Rucksack oder ansonsten unerprobter Ausrüstung auf eine siebentägige Wanderung aufbrechen – sonst kann diese nach einem Tag schnell beendet sein.
  • Rücksicht nehmen! Dieser Leitspruch gilt überall in den Bergen – und besonders auch in den engen und oft sehr vollen Hütten. Jeder hatte einen mehr oder weniger anstrengenden Tag und muss am nächsten Morgen wieder raus. Daher sollte man sich an die allgemeinen Hüttenregeln wie Nachtruhe und umsichtigen Umgang miteinander halten.
  • Müll wieder mitnehmen! Gerade bei Mehrtageswanderungen produziert man durch Müsliriegel etc. einiges an Abfall – und dieser gehört nicht in die Berge (und auch nicht auf die Hütte), sondern muss im Tal entsorgt werden.
  • Je nach Routenwahl ist natürlich einiges an Zusatzausrüstung notwendig – beispielsweise wenn man sich auf Hochtour begibt oder die einzelnen Hütten durch Klettersteige miteinander verbindet. In diesen Fällen ist es noch wichtiger, auf die Gewichtsoptimierung zu achten, da man an einem wesentlichen Teil der Ausrüstung (Gurt, Helm, Karabiner, …) nicht sparen kann!
Nach einer langen, anstrengenden Wanderung auf einer Berghütte zu übernachten, ist für viele das Tüpfelchen auf dem i. Damit sie zum Erfolg wird, darf die richtige Ausrüstung nicht fehlen.

Bärbel Voigtländer

Nach einer langen, anstrengenden Wanderung auf einer Berghütte zu übernachten, ist für viele das Tüpfelchen auf dem i. Damit sie zum Erfolg wird, darf die richtige Ausrüstung nicht fehlen.


Hüttentour in Corona-Zeiten

Eine Hüttenübernachtung im vollbesetzten Matratzenlager? Das wird es in Pandemie-Zeiten nicht geben. Unter strengen Auflagen dürfen Hütten für Tages- und Übernachtungsgäste aber seit Ende Mai wieder öffnen. Mit einer gewissen Vorbereitung und unter Einhaltung der landesüblichen Hygieneregeln kann Deine Hüttentour also auch in Corona-Zeiten stattfinden.

Ganz so eng und kuschelig wird es auf Berghütten derzeit nicht zugehen. Eine Hüttentour muss in Corona-Zeiten gut geplant sein.

Pixaybay/Hebi B.

Ganz so eng und kuschelig wird es auf Berghütten derzeit nicht zugehen. Eine Hüttentour muss in Corona-Zeiten gut geplant sein.


vor der Tourenplanung also unbedingt bei der Hütte nach, ob sie für Übernachtungsgäste geöffnet hat, ob es für den gewählten Zeitpunkt noch freie Betten gibt und wie das Hygienekonzept geregelt ist (auf einigen Hütten kann zum Beispiel aktuell nicht geduscht werden). Grundsätzlich gilt: Kein Schlafplatz ohne Reservierung! Ohne vorherige Anmeldung kannst Du also derzeit auf keiner Hütte übernachten, weder in Deutschland, noch in Österreich, Italien oder der Schweiz.

Aufgrund der weltweiten Corona-Maßnahmen solltest Du Deine Packliste um folgende Gegenstände ergänzen:

  • Mund-Nase-Maske
  • wärmender Schlafsack (Daune oder Kunstfaser) – kein Hüttenschlafsack
  • ggf. eigener Kissenbezug und eigenes Laken (Details bei Hütte nachfragen)

Weitere Corona-Regeln und aktuelle Bestimmungen der einzelnen Länder findest Du auf den Seiten des DAV: Bergsport in Coronazeiten

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Christoph
6 Jahre

Ich würde sagen, dass ein Notfallbiwaksack oder zumindest eine Rettungsdecke immer dabei sein sollte, wenn es zu längeren Touren ins Alpine geht. Muss man aufgrund einer Verletzung oder anderweitig erzwungen pausieren und das Wetter ist schlecht, schützt der Biwaksack gegen Unterkühlung.

Webmaster
Reply to  Christoph

Hallo Christoph, du hast natürlich recht, haben wir sofort ergänzt! Gruß, Franziska vom Bergzeit Team

Vreni
2 Jahre

Vielen Dank für diese tollen Tipps :)
Ich würde noch Teebeutel zur Liste hinzufügen

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